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Kinder bei allein erziehenden Eltern

Erklär mal!

Kinder bei allein erziehenden Eltern

Freitag, 30.07.2010 16:00 Uhr

Immer mehr Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf. Welche Probleme gibt es dabei und wie können sie am besten damit klarkommen?


Bild vergrößernEine Mutter geht mit ihren zwei Kindern spazieren; Rechte: dpa

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland wächst heute nur noch mit einem Elternteil, also mit Mutter oder Vater auf. Das hat das Statistische Bundesamt herausgefunden.

Vor gut zehn Jahren gab es schon einmal eine solche Untersuchung. Damals war die Zahl dieser Kinder noch nicht so groß.

Aber wie genau ist das eigentlich, wenn man einen allein erziehenden Vater oder eine allein erziehende Mutter hat? Das hat der KLICKER Friedhelm Güthoff vom Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen gefragt.

Häufig fehlt es an Geld

Bild vergrößernEin Kind sitzt allein auf einem Bürgersteig; Rechte: dpa

Friedhelm Güthoff: "Da ist zum Beispiel die Herausforderung, mit wenig Geld auskommen zu müssen. Viele Kinder in Familien mit nur einem Elternteil leben in Armut. Ihnen fehlt es an Geld für den Einkauf von Lebensmitteln, von angemessener Kleidung oder eben auch für den Urlaub."  

Klicker: Woran fehlt es noch, wenn der Vater oder die Mutter nicht da ist?

Friedhelm Güthoff: "Es fehlt den Kindern häufig an Zuwendung. Sie vermissen ein Elternteil und häufig ist es dann auch schwer, mit anderen Kindern oder einem Erwachsenen über diese Situation zu reden.

Einige Kinder erleben ihren Alltag alleine mit Mutter oder Vater aber auch als ruhiger. Die ständigen Streitigkeiten zwischen Vater und Mutter führen oft dazu, dass das Kind zwischen beiden Stühlen sitzt und nicht mehr weiß, mit wem es eigentlich reden soll. Und diese Zerrissenheit, die verschwindet im Alltag, wenn man einen allein erziehenden Vater oder eine allein erziehende Mutter hat."


Darüber reden hilft

Klicker: Insgesamt ist das Leben ohne Vater oder Mutter schon ein bisschen komplizierter. Gibt es denn Tipps, wie man den Alltag in Familien mit nur einem Elternteil am besten bewältigen kann?  

Friedhelm Güthoff: "Ja. Erstens muss der Alltag klar strukturiert werden. Das heißt, dass ich genau überlege: Wann ist das Frühstück, wie organisieren wir die Fahrt zur Schule, was machen wir am Abend? Das führt manchmal dazu, das man vor lauter Stress nicht mal eben spontan etwas unternehmen kann. Aber jeder weiß, was er zu tun hat und was es dann am Nachmittag zum Beispiel noch zu erledigen gibt.

Zweitens: Man sollte sich gemeinsame Zeit einräumen, zum Beispiel immer gemeinsam zu Abend essen. Der dritte Punkt, den ich wichtig finde, ist: Mut zu schöpfen, mit anderen darüber zu reden. Mit welcher Klassenkameradin oder mit welchem Freund kann ich über meine Situation reden? Welchem Erwachsenen kann ich mich anvertrauen? Ich erlebe viele Kinder, die dann die Erfahrung machen: Ich bekomme Hilfe und gute Tipps und ich bekomme manchmal auch Trost."


Zwei Kinder stehen mit Regenkleidung im Regen und halten Händchen; Rechte: dpa
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