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Nebel melken
Donnerstag, 29.07.2010 14:07 Uhr
Wissenschaftler wollen aus dem Wasser, das im Nebel ist, Trinkwasser machen.
Viele finden Nebel unheimlich. Er kann aber auch nützlich sein. Auf einem Treffen von Wissenschaftlern in Münster wird heute zum Beispiel darüber gesprochen, wie man Nebel „melken“ kann!
Ja, du hast richtig gehört. Schließlich ist Nebel so etwas Ähnliches wie Wolken. Er besteht aus ganz vielen, sehr kleinen Wassertropfen. Die Wissenschaftler wollen Nebel dazu nutzen, zusätzliches Trinkwasser zu bekommen. Denn für besonders trockene Gebiete kann Nebel eine wichtige Quelle für Trinkwasser sein.
Netze fangen Wasser auf

- Wo Wasser in der Nähe ist, entsteht besonders leicht Nebel.
Die Atacamawüste in Chile in Südamerika ist so eine Gegend. Dort regnet es nur ganz wenig. Die Wüste, in der es nachts sehr kalt wird, liegt aber in der Nähe des Meeres. Dadurch entsteht sehr oft Nebel.
Die Menschen, die dort leben, können einen Teil des Wassers aus den Nebelwolken herausziehen. Das machen sie mit großen Plastiknetzen, die ein bisschen so aussehen wie Netze auf einem Volleyballfeld, nur größer. An den Maschen sammeln sich die Tropfen, die in eine Regenrinne fallen und in einem Behälter aufgefangen werden. Ein ein Meter hohes und ein Meter breites Netz bringt durchschnittlich fünf Liter Wasser am Tag.
Hoffnung für Entwicklungsländer
Die Forscher in Münster überlegen zum Beispiel, wie diese Technik noch verbessert werden kann. In Münster sind auch Vertreter einer kanadischen Organisation, die solche Netze schon in sieben Entwicklungsländer gebracht hat. Dort gibt es oft besonders wenig Wasser. Mit Hilfe der Netze müssen die Menschen dann nicht mehr kilometerweit laufen, um frisches Wasser zu bekommen.

- Mit der neuen Methode könnte es auch in sehr trockenen Gegenden bald mehr Wasser geben als bisher.







