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Immer mehr verzweifelte Kinder
Samstag, 06.02.2010 14:09 Uhr
Ärzte schlagen Alarm, weil immer mehr Kinder und Jugendliche versuchen, sich etwas anzutun.
Wenn es einem nicht gut geht, weil man zum Beispiel traurig ist, ist das meist ja nur eine Phase. Oft geht die auch schnell wieder vorbei. Bei einigen Menschen halten solche Phasen länger an.
Manche sind so verzweifelt, dass sie glauben, keine Kraft mehr zum Leben zu haben. Dann versuchen sie sich vielleicht sogar etwas anzutun. Leider steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die sehr verzweifelt sind, immer mehr an.
Das berichten Ärzte aus Köln. Sie sagen, früher kamen nicht so viele in eine Klinik weil es ihnen sehr schlecht geht, oder weil sie versucht haben, sich etwas anzutun. Oft ist ein Grund die Schule, Druck von zu Hause oder auch Mobbing.
Elisabeth Raffauf ist Psychologin und berät Kinder auch im Herzfunk bei Lilipuz. Sie kennt sich sehr gut aus mit diesem Thema.
Klicker: Was kann man denn machen, wenn man sehr verzweifelt ist?
"Also, es ist gut, wirklich mal zu überlegen, gibt es irgendjemanden in meiner Umgebung, dem ich vertraue. Das müssen nicht die Eltern sein, nicht unbedingt, das können vielleicht auch Freunde der Eltern sein oder Nachbarn. Manchmal gibt es auch Vertrauenslehrer, bei denen man denkt‚ 'Mensch, die war schon mal so nett zu mir' oder 'mit der habe ich einen guten Kontakt, da könnte ich mal hingehen'. Wenn das gar nicht geht, ist es zum Beispiel auch gut, die "Nummer gegen Kummer" anzurufen, vom Kinderschutzbund:
0800 - 111 0 333
Da kann man anrufen, da muss man auch nicht seinen Namen sagen, und kann erst mal sagen, was mit einem los ist und wie es einem geht. Und dann kann man mit jemandem am Telefon überlegen, was man tun könnte und wo man hingehen könnte. Das wäre so ein erster Schritt."
Klicker: Was kann man denn machen, wenn man einen kennt, von dem man denkt 'dem geht´s schlecht, aber der will nicht drüber reden'?
"Alleine kann ich dem nicht helfen, aber es ist gut, wenn ich da bin. Ich kann den auch ansprechen, ich kann sagen, 'ich mache mir Sorgen', aber wenn ich merke, da geht gar nichts, da gibt es auch kein Gespräch, oder derjenige verschließt sich, dann wäre es gut, auch für mich zu überlegen, als Freund oder als Klassenkamerad, 'wem könnte ich das mal erzählen, wem kann ich mich anvertrauen, welchem Erwachsenen?'
Das ist kein Petzen, sondern das ist ja eine echte Not, wo man einfach für sich wissen muss, 'alleine kann ich demjenigen nicht helfen, aber es gibt welche, die können vielleicht helfen', und insofern ist das dann eine Hilfe und kein Petzen."










