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Neue Hartz IV-Regeln für Kinder
Dienstag, 09.02.2010 14:08 Uhr
In Deutschland leben rund 6,7 Millionen Menschen von Hartz IV. Hartz IV ist Geld vom Staat. Und der muss daran nun etwas ändern.
Hartz IV bekommen Erwachsene, die länger als ein Jahr keine Arbeit finden können oder nur sehr wenig verdienen. Auch ihre Kinder bekommen diese staatliche Hilfe. Drei Familien fanden aber, dass diese Hilfe nicht reicht, um zu überleben.
Darunter auch eine Familie aus Dortmund, die seit fünf Jahren vor allem von Hartz IV leben muss. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das höchste Gericht in Deutschland, hat heute diesen drei Familien Recht gegeben. Es hat nämlich entschieden, dass Hartz IV zur Zeit nicht richtig berechnet wird.
Essen, Kleidung und Strom
Das Geld, das ein Hartz-IV-Empfänger bekommt, ist bis jetzt im Gesetz streng vorgegeben. Zur Zeit bekommt ein Erwachsener fast 360 Euro im Monat. Das ist nicht viel, denn damit soll er sein Essen und seine Kleidung kaufen und seine Medikamente bezahlen. Auch seine Telefon- und Stromrechnung und seine Fahrkarten muss er von diesem Geld zahlen.
Kinder bekommen weniger, weil die Politiker bis jetzt dachten, dass Kinder auch weniger Ausgaben haben. So bekommen beispielsweise 6- bis 13-Jährige nur knapp 250 Euro im Monat. Doch diese Berechnung ist nicht richtig, sagen die Karlsruher Richter.
Geld für Kinder neu berechnen
Schließlich brauchen Kinder andere Sachen als Erwachsene - etwa Spielsachen, Bücher und Hefte für ihren Schulunterricht oder neue Schuhe, weil sie wachsen und die alten Schuhe schnell zu klein werden.
Auch sollten Kinder die Chance haben, sich mehr mit Sport und Kultur zu beschäftigen und zum Beispiel auch mal mit ihren Freunden ins Kino gehen, sagen die Richter. Solche Aktivitäten wurden bis jetzt nicht berücksichtigt.
Die Richter fordern, dass die Politiker prüfen, was Kinder tatsächlich brauchen. Bis Ende 2010 haben sie nun Zeit, Hartz IV neu zu regeln.

- Die Verfassungsrichter haben das Urteil verkündet. Mit im Gerichtssaal waren auch wichtige Politiker, die nun überlegen müssen, wie sie die Forderungen der Richter umsetzen können.











