Erklär mal!
Demokratie - was ist das eigentlich genau?
Montag, 13.02.2012 16:02 Uhr
Immer wieder gehen Menschen bei uns und in anderen Ländern auf die Strasse und protestieren. Das hat viel mit einer alten Erfindung zu tun: der Demokratie.
Wenn man die Nachrichten hört oder sieht, dann geht es in der letzten Zeit sehr oft darum, dass Menschen auf die Straße gehen und protestieren.
In den nordafrikanischen Ländern Ägypten, Libyen und Tunesien haben zum Beispiel Tausende Menschen gegen ihre jeweiligen Regierungen demonstriert und mehr Mitsprache gefordert.
In Griechenland sind die Menschen am vergangenen Wochenende vor die Regierungsgebäude gezogen und bei uns in Nordrhein-Westfalen wurde zum ersten Mal ein Oberbürgermeister von den Bürgern seiner Stadt abgewählt.
Nun fragst du dich vielleicht, was alle diese Beispiele miteinander zu tun haben. Das Stichwort ist: Demokratie.
Demokratie = Volksherrschaft
Das Wort Demokratie kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt 'Volksherrschaft'. Die Idee zu dieser Volksherrschaft ist schon ziemlich alt, sie stammt aus dem 6. Jahrhundert vor Christus.
Damals haben sich kluge Leute gedacht, dass es ja ziemlich ungerecht ist, dass nur einer im Staat - wie zum Beispiel ein König oder Kaiser - die Macht haben soll. Sie fanden, dass jeder Bürger das Recht haben soll mitzubestimmen was im Land passiert; jeder sollte also ein kleines Stückchen Macht abbekommen.
In einer Demokratie ist dabei genau festlegt, wer über was bestimmen darf und viele Gesetze sagen, nach welchen Regeln die Menschen miteinander leben wollen.
Wichtig: Freie und geheime Wahlen
Ganz wichtig in einer Demokratie sind auch Wahlen. Dabei wählen die Menschen Politikerinnen und Politiker, die sie und ihre Meinung vertreten sollen.
Diese Wahlen sind frei und geheim. Das bedeutet, dass jeder den Politiker wählen darf, den er am besten findet. Und dabei darf ihm niemand über die Schulter schauen, denn Wahlen sind grundsätzlich geheim.
Wenn Bürger finden, dass die Politiker allerdings keine gute Arbeit gemacht haben, dann können sie bei der nächsten Wahl eben andere Volksvertreter wählen.
Was ist Gewaltenteilung?
Damit so eine Demokratie auch gut funktioniert, ist es wichtig, dass die Macht aufgeteilt ist. Das nennt man Gewaltenteilung.
Neben den Politikern sind für eine Demokratie zum Beispiel auch Richter wichtig, die schauen, ob die Gesetze auch eingehalten werden. Auch Journalisten, die kritisch darüber berichten, was Politiker machen, sind für eine Demokratie wichtig.
Klassensprecher und Jugendparlamente
Selber mitbestimmen - das kennst du bestimmt aus der Schule: Bei der Wahl der Klassensprecher zum Beispiel sollte es eigentlich nicht darum gehen, die beliebtesten Klassenkameraden zu wählen, sondern zu entscheiden, wer die Interessen der Schüler am besten durchsetzen kann.
So ist das auch bei den Kinder- und Jugendparlamenten, die es mittlerweile in vielen Städten gibt. Hier kannst du schon früh üben, wie Demokratie funktioniert.
Wenn die Regeln der Demokratie allerdings nicht eingehalten werden, dann kann es auch in Zukunft immer wieder passieren, dass Menschen für mehr Mitbestimmung auf die Straßen gehen. So wie in den Ländern Nordafrikas, oder auch jetzt in Griechenland. Dem Land, in dem vor vielen, vielen Jahren eigentlich alles anfing mit der Herrschaft des Volkes, der Demokratie.












