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Seit wann gibt es die E-Mail?

Erklär mal!

Seit wann gibt es die E-Mail?

Montag, 17.10.2011 15:00 Uhr

Bestimmt hast Du eine E-Mail-Adresse. Die braucht man ja auch ständig – zum Beispiel, um Freunden zu schreiben, für den Beruf oder für die Schule.


Bild vergrößernEin Junge von ca. sechs Jahren sitzt vor einem Laptop; Rechte: WDR/mauritius images/Pöhlmann, Andre/3898549

Das "E" steht für "electronic", also elektronisch, und "Mail" heißt Post.

Erfunden hat die elektronische Post der Amerikaner Raymond Samuel Tomlinson – vor 40 Jahren. Und genau dafür hat er gerade in München einen Preis bekommen.

Eine wegweisende Idee

Im Winter 1971, also vor genau 40 Jahren, kam Raymond Tomlinson eine Idee. Er dachte sich, dass es doch toll wäre, wenn man sich mit dem Computer Nachrichten schicken könnte. Das wäre viel praktischer als das ganze Hin- und Herschreiben mit der Post.

Doch den Computer, wie wir ihn heute kennen, gab es damals noch nicht. Der, den Ray Tomlinson hatte, war etwa so groß wie ein riesiger Kleiderschrank. Kaum vorstellbar, oder?


Das Internet entsteht…

Bild vergrößernWeltkugel mit Schriftzug E-Mail, Internet, http; Rechte: WDR/mauritius images/áBridge/04235908

Auch das Internet gab es damals noch nicht – doch das sollte sich schon bald ändern, denn Tomlinson bastelte gerade daran. Zu der Zeit arbeitete er bei "Bolt Beranek and Newman", einer Firma aus Cambridge in den USA.

Die Firma sollte ein Computernetz aufbauen: Das Internet, das damals aber noch nicht so hieß. In den Anfangszeiten des Internets waren gerade mal um die 24 Computer angeschlossen.

Zum Vergleich: Heute sind es ganze 10 Milliarden! Dass es 30 Jahre später mal so viele sein würden, ahnte damals noch keiner.


Das @-Zeichen

Um die E- Mail zu erfinden, brauchte Tomlinson nur wenige Stunden! Doch er hatte ein Problem. Er wusste zwar schon ungefähr, wie die Adresse aussehen sollte: Der Name des Absenders sollte darin vorkommen und der des Computers.

Doch welches Zeichen sollte die beiden Namen trennen? Es sollte ein Zeichen sein, das auf der Tastatur vorkommt, aber weder Buchstabe noch Zahl ist. Also entschied er sich für das @-Zeichen, eine Art "a" mit einem Kreis drum herum.  


Klammeraffe, Schnecke oder Rollmops?

Bild vergrößernVerbotsschild mit Aufschrift Spam; Rechte: WDR/IMAGO/imago/imagebroker/54676061
"Spam" heißen die Mails, die man nicht haben will. Sie könnten den Computer beschädigen.

Das @ nennt man in Deutschland auch "Klammeraffe", in Italien heißt es "Schnecke" und in Tschechien "Rollmops". Das @ hat Tomlinson übrigens nicht erfunden, das gab es schon früher:

Im 16. Jahrhundert haben es Kaufleute als Einheit für Gewichte benutzt. Ein @ waren zehn Kilogramm. In der Renaissance war das @ eine Abkürzung für "zu". Also zum Beispiel ein Schwein @ – also zu – 100 Penny.

Und um 1900 wurde das @ in der Buchhaltung berühmt, dort arbeiten Leute, die aufschreiben, was eine Firma eingekauft und verkauft hat. Tomlinson war auch Buchhalter – das @-Zeichen kannte er also schon von seiner Tastatur. 


Die erste E- Mail der Welt

Die erste E- Mail der Welt verschickte Ray Tomlinson an sich selbst – an einen Computer im Nachbarraum. Und zwar an die Adresse "tomlinson@bbntenexa".

Das ".de" am Ende der Mailadresse, wie du das heute kennst, gab es damals noch nicht. "de" steht für eine Adresse aus Deutschland.

Du fragst dich jetzt bestimmt, was in der ersten Mail der Welt drinstand. Aber das weiß Tomlinson selbst nicht mehr.  

Heute ist Ray Tomlinson 64 Jahre alt – und arbeitet immer noch bei derselben Firma.


Vater mit Tochter am Laptop; Rechte: IMAGO/imago/imagebroker/begsteiger
Wenn das E-Mail-Programm mal klemmt, kann oft der Papa weiterhelfen.

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