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Sprachförderung zeigt bisher keine Wirkung

Erklär mal!

Sprachförderung zeigt bisher keine Wirkung

Montag, 16.01.2012 15:00 Uhr

Bevor Kinder in die Schule kommen, sollen sie möglichst gut Deutsch sprechen. Was genau ihnen dabei helfen kann, muss noch weiter erforscht werden.


Bild vergrößernKindergartenkinder mit Migrationshintergrund bei der Sprachförderung; Rechte: WDR/dpa

Wie gut man die deutsche Sprache beherrscht, hat einen großen Einfluss darauf, wie gut man in der Schule zurecht kommt und was für einen Job man später einmal findet.

Kinder, deren Eltern nicht aus Deutschland stammen, haben es da manchmal schwerer, weil sie zu Hause kein Deutsch oder falsches Deutsch hören und dann erst in der Kita oder der Grundschule richtig Deutsch lernen.

Bei manchen Kindern funktioniert das gut, dann haben diese Kinder den großen Vorteil, schon ganz früh zwei Sprachen richtig gut zu können. Viele haben aber auch Probleme damit und beherrschen vielleicht keine der beiden Sprachen richtig.

Aber nicht nur Kinder, deren Familien aus einem anderen Land stammen, haben Probleme mit der deutschen Sprache. Was getan wird, um solchen Kindern zu helfen, und wie gut das funktioniert, das haben jetzt Fachleute zusammengetragen.

Fast überall gibt es Sprachtests im Kindergarten

In fast allen deutschen Bundesländern wird überprüft, wie gut Vorschulkinder Deutsch sprechen – manchmal nur bei Kindern, deren Familien aus einem anderen Land stammen, manchmal bei allen Kindern.

Bei uns in Nordrhein-Westfalen werden zum Beispiel alle Kinder gestestet, die zwei Jahre später in die Schule gehen wollen. Eine Erzieherin und eine Grundschullehrerin stellen gemeinsam fest, wie gut die Kinder deutsch sprechen. Dieser Test für Vierjährige heißt "Delfin 4", und die Kinder spielen dabei ein Spiel, durch das sie zum Sprechen angeregt werden – sie sollen also beispielsweise Fantasiewörtern nachsprechen. Wer dabei nicht so gut abschneidet, der wird gefördert, damit er bis zur Einschulung besser Deutsch lernt und dann in der Schule besser klar kommt.


Vierjährige KiTa-Kinder in Düsseldorf beim Sprachtest "Delfin4"; Rechte: WDR/dpa
In Nordrhein-Westfalen spielen die Kinder beim "Delfin 4"-Sprachtest dieses Zoo-Spiel.

Die Sprach-Tests unterscheiden sich aber von Bundesland zu Bundesland, ebenso wie die Förderung, die Kinder bekommen: Manche Kindergärten bekommen regelmäßig Besuch von Fachleuten, die mit den Kindern Sprachübungen machen. In anderen Kindergärten machen die Erzieherinnen selbst mit den Kindern Sprachspiele.

In den wenigen Untersuchungen, die es dazu gibt, lässt sich bisher nicht feststellen, dass die Sprachförderung überhaupt hilft, sagen die Experten. Es muss also noch mehr geforscht werden, um zu wissen, was gut wirkt.


Frühe Sprachförderung im Alltag ist gut

Bild vergrößernKiTa-Kinder spielen mit einem Deutschland-Puzzle; Rechte: WDR/dpa
Kinder lernen nicht nur von Erzieherinnen Deutsch, sondern auch voneinander.

Klar ist aber schon jetzt, dass es gut ist, so früh wie möglich mit der Sprachförderung zu beginnen. Deshalb werden an manchen Orten jetzt schon Zwei- bis Dreijährige gefördert. Außerdem ist es hilfreich, wenn die Erzieherinnen sehr gut fortgebildet sind, um die Sprachförderung ständig in den laufenden Kindergarten-Alltag einzubinden.


Eltern sollten ihre Muttersprache sprechen

Eltern, die aus einem anderen Land stammen, fördern ihre Kinder übrigens nicht dadurch, dass sie versuchen, möglichst Deutsch mit ihnen zu sprechen. Sie sollten die Sprache sprechen, die sie am besten können. Damit bekommt das Kind eine sichere Grundlage in einer Sprache und lernt darauf aufbauend auch andere Sprachen besser.


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