Erklär mal!
Warum ist man im Moment oft elektrisch?
Montag, 06.02.2012 15:00 Uhr
Es knistert, die Haare stehen zu Berge und manchmal bekommt man auch eine gewischt. Das passiert im Winter häufiger, warum?
Wir vom Klicker wollten wissen, wieso Menschen ab und zu elektrisch sind. Deshalb haben wir mit Metin Tolan gesprochen, er ist Professor für experimentelle Physik an der technischen Universität Dortmund.
Klicker: Herr Tolan, woher kommt das eigentlich, dass man „elektrisch" ist?
Metin Tolan: Das Elektrische kommt daher, dass da Sachen aneinander gerieben haben. Das ist die so genannte Reibungselektrizität. Das kann jeder auch mal selber ausprobieren, der einen Luftballon an einem Wollpulli reibt. Dann ist es plötzlich möglich, dass dieser Luftballon kleine Papierschnipsel anzieht. Das passiert jetzt auch, wenn man sich den Pullover über den Kopf zieht, dann reibt der an den Haaren und es reiben sich Ladungen ab, dadurch entsteht so ein kleines bisschen Reibungselektrizität. Man hat dann nämlich so kleine Ladungen am Körper.
Klicker: Wenn man dann jemanden anfasst, dann hat man das Gefühl, man bekommt so einen kleinen Schlag …
Metin Tolan: Das ist nicht nur ein kleiner Stromschlag, das ist ein richtiger, echter Stromschlag. Denn diese Ladungen, die hat man dann auf seinem Körper und die wollen jetzt abfließen. Die Ladungen wollen sich immer ausgleichen. Und wenn sie jetzt jemanden anfassen, dann können die Ladungen auf den übergehen und der Strom kann fließen. So kommt es dann zu diesen Funken. Das sieht man auch, wenn man einen Klettverschluss im Dunkeln aufmacht. Dann sieht man auch viele Blitze, das ist sehr eindrucksvoll.
Klicker: Ist das denn gefährlich?
Metin Tolan: So ein elektrischer Schlag ist eigentlich völlig ungefährlich, weil da nur ein ganz geringer Strom fließt. Nur wenn man Computer im falschen Moment an der falschen Stelle anfasst, dann kann so ein Computer tatsächlich auch kaputt gehen.
Haarsträubend elektrisch - vor allem im Winter
Klicker: Ist man denn im Winter häufiger elektrisch als im Sommer? Und warum ist das so?
Metin Tolan: Das funktioniert im Winter besonders gut, weil Pullover eben sehr viele kleine Härchen haben, die sind aus Wolle, oder solche Fleece-Pullis, da haben wir viele kleine Fasern, und dann kann dieses Reiben besonders stark stattfinden. Das zweite ist, man hat dann meistens auch noch so Schuhe mit Gummisohlen an. Normalerweise fließen diese Ladungen, die ich am Körper habe auch durch den Körper und in die Erde hinein. Dann sind sie weg und alles ist gut. Aber durch die Gummi-Sohlen geht das nicht und ich bleibe so zusagen geladen. Und das dritte ist: Im Winter ist die Luft besonders trocken. Normalerweise ist es so, wenn die Luft ein bisschen feucht ist, dann gehen die Ladungen auch weg, weil feuchte Luft oder auch Wasser den elektrischen Strom leitet. Deswegen ist es im Winter wegen der trockenen Luft so, dass wir häufiger „elektrisch“ sind.











