Erklär mal!
Warum können manche Vögel nicht fliegen?
Dienstag, 03.05.2011 14:51 Uhr
Das Kiwi-Küken Manu im Frankfurter Zoo kann nicht fliegen, genau wie alle anderen Kiwis und einige weitere Vogelarten. Aber warum nicht?
Kiwis leben am anderen Ende der Welt, auf Neuseeland – und auch in einigen Zoos weltweit. Zum Beispiel in Frankfurt am Main. Dort ist erst vor wenigen Wochen ein Kiwi-Küken geschlüpft – und am Montag hat es sich erstmal den Besuchern präsentiert.
Manu heißt das Kleine und läuft munter und fröhlich durch sein Gehege, frisst, piekst und vieles mehr. Nur eins kann Manu nicht – und wird es auch nie können: Fliegen! Das liegt nicht daran, dass der kleine Kiwi krank ist, nein, Kiwis können generell nicht fliegen.

- Ein Streifenkiwi in seiner Heimat Neuseeland. Das Männchen bereitet das Nest vor und das Kiwi-Weibchen legt ein bis zwei Eier hinein.
Ein Fehler wird zum Vorteil
Die Kiwis sind nicht allein. Denk mal an die großen Straußenvögel, Emus oder an Pinguine - alles Vögel, die nicht fliegen können. Manche wie der Strauß, sind dafür einfach zu schwer, anderen fehlen die richtigen Muskeln zum Abheben.
Bleiben wir doch mal beim neuseeländischen Kiwi. Der ist braun, etwa so groß wie ein Hühnchen und voller Federn. Und wenn man ganz genau hinsieht, hat er sogar noch ein paar kleine Stummelflügel. Vor langer Zeit hatten die Kiwis aber noch richtige Flügel und flogen wohl auch, meinen Wissenschaftler.
Irgendwann aber wurden durch puren Zufall auch Kiwi-Küken geboren, die nicht mehr fliegen konnten. Ihre Flügel waren verkümmert. Ein Fehler in ihrem Erbgut war wohl schuld daran. Aber der vermeintliche Fehler entpuppte sich mit der Zeit als Vorteil. Denn eigentlich brauchten die Kiwis auf ihrer Inselheimat Neuseeland gar keine Flügel.

- Strauße können zwar nicht fliegen, aber sehr schnell rennen. Das ist auch gut so, denn ihre Feinde sind Löwen und Leoparden. Und die können ja auch schnell rennen.
Keine Feinde, keine Flügel nötig
Sie haben dort bis heute kaum Feinde. Es gibt keine großen Raubtiere, vor denen sie davonfliegen müssen. Und vor anderen großen Raubvögeln versteckt man sich am besten nicht in der Luft, sondern im Gebüsch am Boden. Fliegen ist dort also für die Kiwis erstens gar nicht nötig, sondern zweitens sogar sehr anstrengend: Es verbraucht viel Energie. Und die spart man doch besser, als sie unnötig zu verbrauchen.
Die Stummelflügel-Kiwis hatten also damals einen Vorteil und vermehrten sich munter, während die fliegenden langsam ausstarben - sie konnten sich nicht mehr durchsetzen. Das nennt man Evolution, und die lief so ähnlich auch bei Pinguinen, Straußen und Co ab. Und keiner dieser Vögel dürfte sich heute überhaupt noch erinnern, dass seine Vorfahren mal fliegen konnten.

- Die Flügel der Pinguine haben sich zu Flossen umgebildet. Mit denen können sie sehr gut schwimmen und auch tief tauchen.










