Erklär mal!
Was bedeutet eigentlich Asyl?
Samstag, 28.01.2012 15:00 Uhr
Jedes Jahr fliehen viele Menschen nach Deutschland, weil sie in ihrem Land nicht mehr sicher sind. Sie beantragen hier Asyl.
Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich hat am Dienstag gesagt, dass im Jahr 2011 so viele Kinder und Erwachsene um Asyl in Deutschland gebeten haben wie schon lange nicht mehr. Wenn Menschen keinen anderen Ausweg mehr sehen als ihr eigenes Land zu verlassen, kann das viele Gründe haben.
Warum beantragen Menschen Asyl?
Zum Beispiel kann in ihrem Land Krieg sein und die Leute haben Angst um ihr Leben - Angst vor Soldaten, vor Gefahr, vor Gewalt.
Oder die Menschen werden in ihrem eigenen Land verfolgt, weil sie eine andere politische Meinung haben als die Politiker, die das Land regieren. Die Leute sagen ihre Meinung aber trotzdem. Und wenn sie die Politiker dann kritisieren, kann ihnen eine lange Gefängnisstrafe drohen.
Auch wegen ihrer Religion können Menschen in Bedrängnis geraten. Es gibt leider Länder, in denen man sich nicht aussuchen kann, zu welcher Religion man gehören möchte.
"Asyl" heißt "Unterkunft"
Die Menschen flüchten also vor allem aus solchen Ländern, in denen sie nicht frei sind, in denen sie nicht dieselben Freiheitsrechte haben, die man zum Beispiel hier in Deutschland hat. Deshalb beantragen sie in einem anderen Land Asyl, das bedeutet übersetzt "Unterkunft". Wenn der Antrag bei dem fremden Land eingegangen ist, prüfen die dortigen Behörden, ob die Flüchtlinge bleiben dürfen. Dafür hat jedes Land seine eigenen Regeln.
Die Flüchtlinge, die nach Deutschland möchten, kommen vor allem aus entfernteren Ländern wie Pakistan, Afghanistan, Irak oder Syrien. Aber auch viele Menschen aus Serbien wollen hierher.
Wie viele Asylanträge werden angenommen?
Die wenigsten Flüchtlinge dürfen übrigens bleiben. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 45.741 Asylanträge gestellt. Nur 9.675 davon wurden aber anerkannt. Von 100 Anträgen sind das ungefähr 22.
Die meisten Bewerber, sagen die Behörden, würden in ihrer Heimat nicht verfolgt. Diese Flüchtlinge müssen dann entweder sofort oder nach einiger Zeit in ihr Heimatland zurückkehren.

- Eine Flüchtlingsfamilie aus dem Irak.












