Erklär mal!
Was ist Bionik?
Freitag, 01.07.2011 15:00 Uhr
Was haben Klettverschlüsse, Flugzeuge und Schwimmanzüge gemeinsam? Für alle drei haben Techniker bei der Natur abgeguckt.
Wer hat’s erfunden? Oft ist die ehrliche Antwort auf diese Frage nicht der Name eines berühmten Forschers, sondern eigentlich etwas in der Natur, zum Beispiel ein Tier oder eine Pflanze. Denn viele Forscher haben sich ihre Erfindungen von der Natur abgeguckt: Wenn Biologie und Technik so zusammenkommen, dann nennt man das Bionik: Ab heute gibt es zu diesem Thema in Münster eine große Ausstellung im LWL-Museum.
Vorbild Natur
Was haben Klettverschlüsse, Flugzeuge und Profi-Schwimmanzüge gemeinsam? Für alle drei haben Techniker von der Natur abgeguckt: Klettverschlüsse heißen so, weil ihr Vorbild eine hakelige Pflanze, die Klette, ist. Guckt euch doch mal einen Klettverschluss ganz genau an, vielleicht auch mit einer Lupe. Auf der rauen Seite vom Klettverschluss finden sich winzig kleine Häkchen und die krallen sich in der weichen Seite fest. Solche Häkchen benutzt auch die Klette.
Ein Erfinder der ersten Flugzeuge hat sich dafür Störche angesehen: Die sind großartige Segler und ihre Flügel waren deshalb das Vorbild für Flugzeugflügel.
Schimmanzüge mit Hai-Haut
Wenn man sich Profi-Schwimmanzüge unter dem Mikroskop ansieht, dann findet man winzig kleine Hubbel. Die sorgen dafür, dass das Wasser geordnet, also mit möglichst wenig Wirbeln, am Körper des Schwimmers vorbeifließt. Dadurch muss er gegen weniger Widerstand anschwimmen und kann sich so schneller durchs Wasser bewegen. Genau so wie ein Hai, der pfeilschnell durchs Wasser schießt und auf dessen Haut auch winzige, unter dem Mikroskop sichtbare Rillenschuppen zu finden sind.
Bionik bedeutet für Forscher also bei einem technischen Problem erst einmal in der Natur zu schauen, ob es dort schon eine Lösung gibt. Meist ist die dann wirkungsvoller und umweltschonender als bisherige technische Lösungen.
Surftipp: Bionik-Ausstellung
Die Bionik-Ausstellung in Münster ist noch bis April 2012 zu sehen. Zur Webseite geht es hier.













