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Was ist die Braille-Schrift?

Erklär mal!

Was ist die Braille-Schrift?

Mittwoch, 04.01.2012 16:00 Uhr

Vor fast 200 Jahren hat Louis Braille eine Schrift erfunden, die Blinde lesen können.


Bild vergrößernDie Punkte der Buchstaben, Rechte: mauritius images/SuperStock/01448096.iptc
Die Braille-Schrift wird auch Punkt-Schrift genannt.

Der Welt-Braille-Tag am 4. Januar wurde nach dem Franzosen Louis Braille benannt.

Der hat vor fast 200 Jahren die Blindenschrift erfunden, weil es für ihn als Blinden keine Bücher gab. 

Die Braille-Schrift wird mit den Fingern gelesen statt mit den Augen.

Wie die sechs auf dem Würfel

In einem Buch in Braille-Schrift stehen die Buchstaben nicht schwarz auf weiß auf den Seiten, sondern sie werden von hinten in das Papier geprägt. Und auch nicht als das A oder B oder die anderen Buchstaben, die sehende Menschen lesen, sondern als Punkte.

Du kannst dir das so vorstellen wie die sechs auf einem Würfel: drei Punkte links und drei Punkte rechts daneben. Das ist die Grundform aller Buchstaben in der Blindenschrift. Um die einzelnen Buchstaben darzustellen, werden diese sechs Punkte miteinander kombiniert.

Ein A besteht zum Beispiel nur aus einem einzigen Punkt, ganz oben links auf der Würfel-Seite. Und kommt noch ein Punkt drunter dazu, ist es ein B. So gibt es für jeden einzelnen der 26 Buchstaben unseres Alphabets eine eigene Formel, die man mit den Fingern ertasten kann. Mit Zahlen ist es genauso.


Finger auf Braille-Schrift, Rechte: dapd/Jens Schlueter/140911hal140
Für diese Art von Lesen braucht man Fingerspitzengefühl.

Bücher sind dicker

Damit man die Zeichen richtig ertastet und gut auseinanderhalten kann, dürfen die einzelnen Punkte nicht zu nah nebeneinander stehen. Das braucht viel Platz für jedes Wort, und  darum sind Bücher in Blindenschrift meistens viel dicker als solche in normaler Schrift. Die Bibel zum Beispiel passt gar nicht in ein einziges Buch, sondern erscheint für blinde Menschen in 32 Bänden.

Wenn blinde Menschen etwas schreiben wollen, benutzen sie auch die Brailleschrift. Damit sie aber nicht jeden Punkt einzeln mit einem Stift in ein Blatt Papier hineindrücken müssen, haben sie spezielle Schreibmaschinen.

Vielleicht gibt es in eurer Stadtbücherei ja Bücher für Blinde, dann kannst du mal ausprobieren, wie sich das Lesen mit den Fingern anfühlt.


Das Braille-Alphabet, Rechte: dpa/dpa Picture-Alliance / DB Deutsc
Für jeden Buchstaben ein Punkt-Zeichen: das Alphabet.

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