Erklär mal!
Weniger Falschgeld in Umlauf
Dienstag, 17.01.2012 15:00 Uhr
Die Gefahr, einen falschen Geldschein als Wechselgeld zu bekommen, ist in Deutschland sehr gering. Trotzdem kann es nicht schaden, sich Banknoten genau anzugucken.
Wenn man in einem Geschäft mit einem Geldschein bezahlt, dann wird der Schein an der Kasse manchmal unter eine Lampe mit Ultraviolett-Licht gehalten oder auch in ein Gerät gesteckt, um zu testen, ob er echt ist oder nicht.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 39.000 falsche Scheine entdeckt, das ist gut ein Drittel weniger als im Jahr davor. Das hat jetzt die Bundesbank mitgeteilt, das ist die Zentralbank in Deutschland und hierzulande die einzige Stelle, die den Druck von neuen Geldscheinen in Auftrag geben darf.
Eine gute Nachricht vorne weg: Es ist äußerst selten, dass man einen falschen Schein im Portemonnaie findet: In Deutschland passiert das nur einem von 2000 Menschen pro Jahr. In anderen Ländern, in denen auch mit dem Euro bezahlt werden kann, passiert das häufiger.
Am häufigsten gefälscht: der 50 Euro-Schein
Und Menschen, die viel mit Geld umgehen, also zum Beispiel Kassierer, bekommen natürlich häufiger Falschgeld in die Hände als normale Menschen, die das Geld nur ab und zu beim Einkaufen nutzen. Falschgeld zu erhalten, passiert auch deshalb so selten, weil der Schein, der am häufigsten nachgemacht wird, der 50 Euro-Schein ist, und um den als Wechselgeld zu erhalten, müsste man ja schon mindestens mit einem 100 Euro-Schein bezahlen.
Wenn man allerdings doch mal Falschgeld erhalten haben sollte und es bemerkt, darf man nicht einfach versuchen, den Schein im nächsten Laden wieder loszuwerden. Dann würde man sich strafbar machen. Man sollte das Falschgeld bei der Polizei abgeben.
Wer Falschgeld annimmt, hat Pech gehabt
Ersatz bekommt man blöderweise aber nicht. Deshalb sollte man sich sein Wechselgeld genau ansehen: Häufig erkennt man die Scheine schon am Material: Echte Scheine sind nämlich nicht aus normalem Papier, sondern aus Baumwolle.
Leicht links von der Mitte ist ein Band eingearbeitet. Und auf der linken Seite kann man den Geldbetrag und das Gebäude, das auf den Geldschein aufgedruckt ist, als Wasserzeichen erkennen, das man durchschimmern sieht, wenn man den Schein gegen das Licht hält. Das sind nur einige der Sicherheitsmerkmale von Banknoten.
Wer mehrere dieser Merkmale überprüft, ist schon ziemlich auf der sicheren Seite – auch ganz ohne Prüfgerät. Denn nach Angaben der Bundesbank sind die meisten falschen Geldscheine, die in Deutschland in Umlauf sind, nicht besonders gut.
Dümmer als die Polizei erlaubt
Einige Fälscher versuchen es auch besonders plump, kommen aber manchmal trotzdem damit durch: So hat die Bundesbank in ihrer Falschgeld-Sammlung sogar einige handgemalte Banknoten und auch einen 300 Euro-Schein, den eine Bäckerei angenommen hatte, obwohl es gar keine 300 Euro-Scheine gibt. Und in einem Hotel gelang es jemandem, mit einem 20 Euro-Schein zu bezahlen, auf den er einfach noch eine weitere Null aufgeklebt hatte, um daraus einen 200 Euro-Schein zu machen. Aber alle Fälschungsversuche sind natürlich strafbar.

- Zu dumm: 300 Euro-Scheine gibt es gar nicht. Auch sonst ist diese Fälschung für jedermann leicht zu erkennen.













