Erklär mal!
Zehn Jahre Guantanamo
Mittwoch, 11.01.2012 15:00 Uhr
Vor zehn Jahren wurden die ersten Häftlinge in das Gefangenenlager Guantanamo gebracht.
Eines der berüchtigtsten Gefängnisse der Welt ist das Gefangenen-Lager Guantanamo. Es befindet sich auf der Insel Kuba, die rund 150 Kilometer vor der Südspitze der USA im atlantischen Ozean liegt. Obwohl Kuba ein eigenes Land ist, sind US-amerikanische Soldaten in einem Teil von Kuba stationiert, der Guantanamo Bay heißt. Heute vor zehn Jahren wurden dort die ersten Gefangenen in ein besonderes Gefängnis gebracht.
Terror-Anschläge am 11. September 2011
Die Geschichte von Guantanamo begann mit dem 11. September 2001: An diesem Tag verübten Terroristen Anschläge in den USA. Terroristen sind Menschen, die ihre Ideen mit Gewalt durchsetzen wollen. Am 11. September 2001 flogen sie mit Flugzeugen in die Türme eines Hochhauses in New York, in das World Trade Center, und sie flogen in das Gebäude des Verteidigungsministerium, in das Pentagon. Bei diesen Anschlägen starben über 3.000 Menschen.
Zu den Anschläge bekannte sich eine Terroristen-Gruppe, die sich El Kaida nennt. Diese Terroristen hassen die USA.
Krieg gegen den Terror
Nach den Anschlägen waren Menschen auf der ganzen Welt entsetzt. Der damalige US-amerikanische Präsident Bush rief zum „Krieg gegen den Terror“ auf. Weil man vermutete, dass sich viele Kämpfer von El Kaida in Afghanistan versteckt hielten, besetzten die USA gemeinsam mit anderen Ländern wie England und Deutschland im Herbst 2001 Afghanistan.
Gleichzeitig wurde in Guantanamo Bay ein Lager eingerichtet: Darin sperrten die US-Amerikaner Menschen ein, die in Afghanistan, später auch im Irak und anderen Ländern gefangen genommen worden waren und von denen die USA vermuteten, dass sie Terroristen waren.
Regeln für Gefängnisse
Eigentlich gibt es für Gefängnisse strenge Regeln: Niemand darf einfach so ins Gefängnis gebracht werden. Jeder hat das Recht zu erfahren, was ihm vorgeworfen wird und das Recht sich mit Hilfe eines Anwalts zu verteidigen. Er muss menschenwürdig behandelt werden.
Gelten für Terroristen andere Regeln?
Diese Regeln gelten in ähnlicher Form auch für Gefangene im Krieg. Doch vor zehn Jahren fanden die Politiker in den USA, dass El Kaida-Terroristen quasi Ausnahmeverbrecher sind: Die Bedrohung durch sie sei so groß, dass für diese Terroristen die Regeln nicht gelten.
Die Gefangenen in Guantanamo wurden und werden deshalb ohne Anklage unbegrenzt festgehalten. Zu Anfang brachten die US-Amerikaner etwa 350 Menschen in Drahtkäfigen mit Metalldächern unter. Später wurde auch bekannt, dass Häftlinge in Guantanamo gefoltert wurden. Durch Gewalt brachte man sie dazu, Verbrechen zu gestehen.
Obama will Guantanamo schließen, scheitert aber
Als vor drei Jahren der neue US-Präsident Barack Obama sein Amt antrat, versprach er, Guantanamo zu schließen. Die Bedingungen für die Gefangenen in Guantanamo verbesserten sich dadurch. Doch Obama schaffte es nicht, eine Mehrheit der US-Politiker davon zu überzeugen, die Gefangenen aus Guantanamo vor Gericht zu stellen und das Lager aufzulösen. Viele Politiker befürchten, dass ein Gericht zu der Ansicht kommt, die Gefangenen seien unschuldig. Dann müssten sie frei gelassen werden. Doch niemand will die Häftlinge haben: Die USA nicht, ihre Heimatländer nicht und auch kein anderes Land. So sitzen bis heute noch immer 171 Gefangene in Guantanamo.














