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Gerechtigkeitsgefühl

Das Lexikon der Gerechtigkeit

Gerechtigkeitsgefühl

Bild vergrößernMädchen hält zwei 50-Euro-Scheine in die Kamera; Foto: Bob Konrad
"Na, wollen wir teilen?!"

Jeder Mensch hat ein Gerechtigkeitsgefühl. Das kann man sogar beweisen.

Lass uns in Gedanken ein Spiel spielen: Stell dir vor, du bekommst 100 Euro geschenkt. Es gibt jedoch eine Bedingung: Du musst mit einem wildfremden Menschen teilen. Wie viel du abgibst, entscheidest du. Aber nur, wenn der andere dein Angebot annimmt, dürft ihr beide das Geld behalten. Wenn er ablehnt, bekommt keiner was.

Wie viel würdest du abgeben?

Gibst du die Hälfte ab, also 50 Euro? Oder gibst du nur zehn Euro ab. Dann hast du mehr. Der andere freut sich sicher trotzdem über die geschenkten zehn Euro. Er wäre schön blöd, wenn er das Angebot ablehnen und auf das Geld verzichten würde, oder?

Vorsicht ist geboten! Wissenschaftler haben dieses Spiel mit tausenden von Menschen auf der ganzen Welt gespielt. Dabei haben sie festgestellt, dass Menschen ein Angebot ablehnen, dass sie als ungerecht empfinden. Sie verzichten also auf geschenktes Geld, um den ungerechten Mitspieler zu bestrafen!

Warum? Ganz einfach. Jeder Mensch hat ein Gerechtigkeitsgefühl (Affen übrigens auch). Das brauchen wir, denn wir können nicht allein überleben. Wir sind auf die anderen angewiesen. Wir brauchen die Gemeinschaft. Aber eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn sich alle einigermaßen gerecht verhalten. Verhält sich jemand ungerecht, dann gefährdet er die Gemeinschaft und muss bestraft werden.

Das lernen wir schon als Kind. Gerechtigkeit ist also kein Luxus. Gerechtigkeit ist überlebenswichtig!

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