Heckers Hexenküche
Raketen selbst gemacht
Zu einem zünftigen Feuerwerk gehören Raketen. Nun, die musst du nicht kaufen, die kannst du dir auch selber bauen.
Das Beste dabei: Wenn du einige Vorsichtsmaßnahmen beachtest, sind DIESE Raketen völlig ungefährlich, anders als echtes Feuerwerk, das Kinder unter 18 Jahren ja sowieso nicht kaufen dürfen.
Unser Hexenmeister Joachim Hecker zeigt dir folgende drei Raketen: die Trinkhalm-Rakete, die Luftballon-Rakete und die Brause-Rakete.
1. Die Trinkhalm-Rakete
Was brauchst du?
- 1 dicken Trinkhalm
- 1 dünnen Trinkhalm
- etwas Knete oder Klebstoff
Wie fängst du an?
Verstopfe ein Ende des dicken Trinkhalms mit etwas Knete oder Klebstoff, indem du etwas davon in die Öffnung drückst. Wenn du Klebstoff genommen hast musst du nun etwas warten, bis er getrocknet ist.
Was machst du dann?
Nimm den dünnen Trinkhalm mit einem Enden in den Mund und stülpe den dicken Trinkhalm darüber. Jetzt hängt der dicke Trinkhalm über dem dünnen. Nun puste feste in den dünnen Trinkhalm.
Was passiert?
Der dicke Trinkhalm fliegt in hohem Bogen davon!
Wie kommt das?
Wenn du in den dünnen Trinkhalm pustest, drückst du Luft hinein. Diese Luft strömt durch den Trinkhalm und kommt am anderen Ende wieder heraus. Dort verschließt der dicke Trinkhalm die Öffnung des dünnen.
Weil die ausströmende Luft aber Platz benötigt, drückt sie den dicken Trinkhalm nach oben. Wenn das passiert, bekommt der dicke Trinkhalm ordentlich Schwung und fliegt ein ganzes Stück weit.
Wo kommt das vor?
Blasrohre, mit denen etwa Indianer im Urwald jagen, funktionieren ähnlich. Auch hier wird Luft durch ein Rohr gepustet, die einen Pfeil darin wegdrückt. Der bekommt ordentlich Schwung und fliegt weit fort. Eine Variante des Blasrohrs für die Schule sind Trinkhalme, in die feuchte Papierkügelchen gedrückt werden. Beim Hineinpusten wird das Papierkügelchen herausgedrückt und saust durch den Raum. Weil es feucht ist, bleibt es kleben, wo es gelandet ist.
ACHTUNG: Nie anderen damit in die Augen zielen!
Was geht noch?
Probiere einmal, wie schräg du die Trinkhalme halten musst, damit sie am höchsten (a) oder am weitesten (b) fliegen!
Lösung:
(a) senkrecht nach oben
(b) schräg nach oben in einem Winkel von 45 Grad
2. Die Luftballon-Rakete
Was brauchst du?
- 1 Schnur (Zwirn)
- 2 Reißzwecken
- 1 Luftballon
- 1 Trinkhalm
- etwas Klebeband
Wie fängst du an?
Wickle etwas Schnur ab und fädele sie durch den Trinkhalm. Jetzt sitzt der Trinkhalm auf der Schnur und du kannst ihn hin und her schieben. Befestige das Ende der Schnur mit Reißzwecke oder Klebeband an Wand oder Möbel. Spanne die Schnur mit dem Trinkhalm drauf quer durchs Zimmer. Das andere Ende befestigst du auch mit einer Reißzwecken oder Klebeband an einer Wand befestigen oder an Möbeln.
Was machst du dann?
Jetzt pustest du den Luftballon auf und hältst die Tülle zu, damit die Luft drin bleibt. Den aufgepusteten Luftballon befestigst du mit Klebefilm seitlich am Trinkhalm, so dass die Tülle des Trinkhalm zu einem Ende der Schnur und der "Kopf" des Ballons zum anderen Ende der Schnur zeigt. Nun schiebst du den Trinkhalm mit dem Luftballon dran zu dem Ende der Schnur, wo die Tülle hinzeigt. Nun lässt du die Tülle los, so dass die Luft aus dem Ballon strömen kann.
Was passiert?
Der Ballon saust die Schnur entlang! Erst wenn ihm "die Puste ausgeht", hört er auf damit. Wenn er bergauf gezischt ist, rutscht er dann vielleicht wieder zurück nach unten - je nachdem, wie schräg du die Schnur gespannt hast.
Wie kommt das?
Du hast den Ballon mit Luft voll gepumpt. Dabei hat sich die Luftballonhaut gespannt. Sie möchte sich wieder entspannen, dazu muss sie allerdings die Luft herausdrücken.
Das macht sie, sobald du die Tülle freigibst und Luft herausströmen kann. Die nach hinten ausströmende Luft drückt die Luftballon-Rakete nach vorne. Dieses Prinzip heißt "Rückstoß".
Wo kommt das vor?
Von der Silvester-Rakete bis zur Mond-Rakete - alle benutzen das "Rückstoß-Prinzip", um hochzufliegen, also von der Erde wegzukommen. Der Rückstoß ist umso größer, je mehr Masse ausgestoßen wird. Weil Luft sehr leicht ist, also nur wenig Masse hat, ist der Rückstoß nur sehr gering. Für solch eine leichte Rakete reicht er aber aus.
Weltraum-Raketen allerdings sind schwerer als mehrere Autos. Um sie ins All zu befördern, muss das Material, das sie nach hinten - also unten - ausstoßen, sehr schnell ausgestoßen werden.
So erreichen die Gase, die von den Raketendüsen ausgestoßen werden, locker Schallgeschwindigkeit (340 m/s oder 1.224 km/h)
3. Die Brause-Rakete

- So ein gelbes Plastik-Teil brauchst du für die Rakete
Was brauchst du?
- 1 gelbes Plastik-Teil aus einem Überraschungs-Ei
- 1 Brausetablette (z. B. Vitamin C-Tablette)
- ein kleines bisschen Wasser
- evt. 1 Schere
Wie fängst du an?
Esse ein Überraschungs-Ei. Guten Appetit!
Was machst du dann?
Schnappe dir das gelbe Plastik-Teil innen drin und öffne es. Wenn Ober- und Unterteil mit einer Lasche verbunden sind, musst du diese durchschneiden. Lege eine Brausetablette in das Unterteil, gebe etwas Wasser hinzu, und setze schnell das Oberteil drauf. Jetzt brodelt es darin ordentlich... Halte bitte unbedingt einen Meter Abstand!
Was passiert?
Bald gibt es einen lauten Knall und das Oberteil fliegt mit Schmackes davon. Deswegen auch der Sicherheitsabstand, denn das Oberteil kann ins Auge fliegen!
Wie kommt das?
Die Brausetablette reagiert mit dem Wasser und sprudelt ordentlich. Dabei bildet sich ein Gas: nämlich Kohlendioxid (CO2).
Dieses Gas kommt auch aus Schornsteinen, Autoauspuffen und... aus unserem Mund, denn wir atmen es aus. Oft entsteht Kohlendioxid, wenn etwas verbrennt. Es kann aber - wie hier - auch bei einer chemischen Reaktion entstehen.
Kohlendioxid ist ein Gas und braucht viel Platz. Es sammelt sich im gelben Plastik-Teil vom Ü-Ei an, macht ordentlich Druck und drückt die beiden Hälften irgendwann auseinander.
Wo kommt das vor?
Bei jeder Explosion - bei einem Silvester-Kracher oder bei einer Sprengung im Steinbruch - wird explosives Material verbrannt - etwa Dynamit. Dabei entstehen plötzlich Gase, die etwa das Gestein (oder den Böller) auseinanderdrücken. Auch im Airbag vom Auto ist ein Kracher, der bei einem Unfall hochgeht. Die Explosionsgase pusten in nullkommanix den Airbag auf. Explosionen, so gefährlich sie sind, können sogar Leben retten!

- Autsch! Hier testen Versuchspuppen die Wirkung eines Airbags
"Heckers Hexenküche" senden wir regelmäßig donnerstags bei LILIPUZ macht Schule.











