Heckers Hexenküche
Wie süüüß!
Menschen essen gerne Süßes. Auch Hexenmeister Hecker findet Zucker lecker. Aber ...
Zucker macht satt und zu viel davon leider dick. Und die Zähne werden dadurch auch nicht besser. Grund genug also, sich mit dem süßen Zeugs zu beschäftigen.
"Das wird lecker!" meint Hexenmeister Hecker. Und zwar mit diesen Experimenten:
1. Experiment: Wo schmeckt's am Süßesten?
Was brauchst du?
- etwas losen Zucker oder 1 Stück Würfelzucker
- einen Zeigefinger
Was machst du?
Streue etwas Zucker auf den Tisch, lecke einen Zeigefinger an und tippe ihn auf den Zucker, so dass einige Körnchen am Finger haften bleiben. Su kannst auch gerne zu einem Zuckerwürfel greifen.
Tippe mit dem Zuckerfinger möglichst weit hinten auf deine Zunge oder berühre dort mit dem Zuckerwürfel deine Zunge. Was schmeckst du?
Was passiert?
Gar nichts! Der Zucker scheint überhaupt nicht süß zu sein!
Jetzt berühre die Zungenspitze mit Zuckerfinger oder -würfel.
Was passiert jetzt?
Sofort schmeckst du "süüüß"!

- Ob braun oder weiß, würfelig oder krümelig: Zucker bleibt süß.
Wie kommt das?
Wir schmecken mit unserer Zunge. Die Zunge hat dafür so genannte Geschmacksknospen, mit denen wir Geschmäcke wie "süß", "sauer", "salzig" oder "bitter" wahrnehmen. Damit wir sie aber voneinander unterscheiden können, gibt es Geschmacksknospen, die nur für "süß", nur für "salzig" und nur für "bitter" oder "sauer" empfindlich sind.
Und: Sie liegen an verschiedenen Stellen im Mund. "Süß" schmecken wir vorne, an der Zungenspitze, "salzig" am vorderen Rand der Zunge. "Sauer" nehmen wir weiter hinten links und rechts am Rand der Zunge wahr. Und für "bitter" ist die Zungenmitte hinten zuständig. Das ist ganz schön ausgetüftelt.
Probier einmal verschiedene Geschmäcker aus und teste deinen Geschmackssinn. Viel Spaß dabei!
2. Experiment: Süßes Wasser
Was brauchst du?
- 1 Dose oder Kunststoff-Flasche mit "Cola"-Getränk;
- 1 Dose oder Kunststoff-Flasche mit "Cola light"-Getränk;
- 1 Eimer mit Wasser;
- 1 Küchenwaage.
Wie fängst du an?
Fülle den Eimer bis knapp unter den Rand mit Wasser. Lege die beiden Dosen oder Flaschen mit "Cola"- und "Cola light"-Getränk ins Wasser.
Was passiert?
Der "Cola light"-Behälter schwimmt oben, der "Cola"-Behälter geht unter. Hat er etwa kein "Seepferdchen" gemacht?
Wie kommt das?
Cola-Getränke sind sehr süß. Und süß sind sie auf zwei Arten: In "Cola light" ist etwas Süßstoff, in Cola dagegen viel Zucker. Dadurch ist Cola dichter und bei gleicher Menge schwerer. Deshalb wiegt die 0,33 l-Dose Cola 370 Gramm, die "Cola light"-Dose "nur" 360 Gramm, ist also 10 Gramm leichter. Und das macht den Unterschied. Diese 10 Gramm mehr Gewicht bewirken, dass Cola untergeht.

- Ungefähr so viele Zuckerstücke sind in einem halben Liter Cola.
Die zehn Gramm Unterschied im Gewicht sind reiner Zucker. Wenn du auf die Angaben des Herstellers auf der Packung schaust und etwas rechnest, stellst du fest:
In einer 0,33 Liter-Dose Cola sind zwölf Stück Würfelzucker enthalten, in einer 0,5 Liter-Flasche sogar 18 Stück. Damit ist in einer Dose "Cola"-Getränk schon mehr Zucker enthalten, als du pro Tag überhaupt brauchst.
Wo kommt das vor?
Auch viele andere Limonaden wie Orangen- oder Zitronenlimo enthalten viel Zucker. Viel zu viel, sagen Ernährungsfachleute. Denn mit so viel Zucker an Bord sind Limos keine Getränke mehr, sondern Nahrungsmittel, und man soll nicht zu viel davon zu sich nehmen.
Und wenn wir Durst haben, können wir am besten Wasser trinken. So viel wir wollen. Und preiswerter ist das auch.
3. Experiment: Diamanten aus Zucker
Was brauchst du?
- 2 Trinkgläser;
- 2 Teelöffel;
- 1 Wollfaden;
- Zucker;
- 1 Woche Geduld
Wie fängst du an?
Fülle ein Trinkglas mit heißem Wasser und gebe einen Teelöffel Zucker dazu. Dann rührst du um. Dann gibst du einen weiteren Löffel Zucker dazu und rührst wieder um. Das machst du so oft, bis sich kein Zucker mehr im Wasser löst. Jetzt hast du eine so genannte "gesättigte" Lösung, denn im Wasser ist so viel Zucker, dass sich nicht mehr darin lösen kann.
Was machst du dann?
Schütte vorsichtig die gesättigte Zuckerlösung in das zweite Trinkglas. Gib acht, dass der restliche Zucker am Boden, der sich nicht mehr gelöst hat, im ersten Glas drin bleibt.
Zum Schluss hängst du einen Wollfaden in dein Zuckerwasser, den du zum Beispiel an einem Bleistift festbinden kannst, den du über das Glas legst. Diese Konstruktion stellst du an einen ruhigen Platz. Und jetzt heißt es: Tee trinken und abwarten. Natürlich darfst du so oft nach dem Zuckerwasser mit Wollfaden drin schauen, wie du möchtest. Aber bewege das Glas nicht.
Was passiert?
An dem Wollfaden bilden sich ganz kleine Kristalle, die weiter wachsen. Sie können ziemlich groß werden. Profis schaffen es tatsächlich, zu Hause kandiszuckergroße Kristalle herzustellen.
Was machst du nun?
Nach ungefähr einer Woche – oder wenn dir die Kristalle groß genug geworden sind – kannst du sie ernten. Pflücke sie dazu einfach vom Baumwollfaden ab und lasse sie auf der Zunge zergehen. Mmmhhh ...
Wie kommt das?
Zucker lässt sich in Wasser gut lösen, erst recht in warmen Wasser. Doch irgendwann ist auch das wärmste Wasser "satt" und kann keinen weiteren Zucker mehr aufnehmen. Und es will den Zucker gerne wieder loswerden – oder der Zucker möchte wieder aus dem Wasser heraus und sucht sich irgendwelche Stellen, wo er sich festsetzen kann. Das klappt super gut am Wollfaden. Hier setzt sich der Zucker nach und nach ab.
Aber nicht irgendwie, sondern in ganz exakten Formen. Es bilden sich Kristalle mit völlig glatten Flächen und Kanten. Die Kristalle glitzern im Licht, so perfekt glatt sind die Flächen!
Wo kommt das vor?
Auch Diamanten sind Kristalle, nur dass sie aus Kohlenstoff bestehen. Und bearbeitete, also geschliffene Diamanten heißen "Brillanten". Du kannst ja mal versuchen, aus einem deiner Zuckerkristalle einen "Zuckerbrillanten" herzustellen.
"Heckers Hexenküche" senden wir regelmäßig donnerstags bei LILIPUZ macht Schule.















