Zeitkreisel
01.05.1840: Die erste Briefmarke erscheint
Sie haben Zacken, sind meistens bunt und kleben auf Briefen oder Postkarten: Briefmarken.
Auch wenn wir heute viel seltener schreiben - Briefe sind noch lange nicht ausgestorben. Manche sind sehr froh darum, denn wenn es keine Briefe mehr gäbe, würden auch die Briefmarken verschwinden. Das wäre schade, denn Briefmarken sind eine spannende Sache - auch wenn sie nur wie kleine Papierschnipsel aussehen.

- Die vier Beatles waren mal Motiv einer Sonderbriefmarke.
Früher überbrachten Boten Nachrichten
Lange Zeit, bevor es die ersten Briefmarken gab, rannten ständig Boten oder Pferde von einem Ort zum andern, um Briefe und Nachrichten zu überbringen. Die erste Briefmarke – so wie wir sie heute kennen - wurde im Jahr 1840 gedruckt. Davor war es üblich, dass der Empfänger eines Briefes das Porto bezahlen musste und nicht derjenige, der den Brief verschickte. Das führte aber häufig zu Problemen: wenn zum Beispiel der Empfänger einen Brief gar nicht haben wollte. Dann musste der Postbote unverrichteter Dinge wieder weggehen, und der Brief blieb unbezahlt.
Ein Schotte hatte die Idee
James Chalmers, ein Schotte, druckte eines Tages ein Bild von einem Penny auf ein Stück Papier. Dieses Papier schickte er als Vorschlag für ein neues Zahlungssystem ans englische Parlament. Dort saß ein gewisser Sir Rowland Hill, der Postmeister unter Königin Victoria. Sir Rowland Hill entwickelte, wie er schrieb, "kleine, auf der Rückseite mit Leim bestrichene Papiere", die vom Absender bezahlt und auf den Brief geklebt werden sollten. So musste der Empfänger nichts mehr bezahlen. Und damit eine Briefmarke nur einmal benutzt werden konnte, wurde sie auf dem Postamt abgestempelt.
Die erste Marke hieß "Black Penny One" – sie war schwarz und einen Penny wert. Zu sehen war darauf ein Bild von Königin Victoria. Wenn diese Marke auf einem Brief klebte, war klar: Das Porto ist bezahlt.
Geschichte auf Papier
Auf Briefmarken kann man die Geschichte von Ländern ablesen. Deutschland zum Beispiel – so wie wir es heute kennen – existierte früher gar nicht. Stattdessen gab es Großherzogtümer oder Königreiche wie Bayern, Mark Brandenburg oder Preußen. Jedes dieser Reiche hatte seine eigenen Briefmarken. Später wurde aus all diesen Ländern Deutschland. Aber nach dem zweiten Weltkrieg wurde es wieder geteilt – erst in vier Zonen, dann in die Bundesrepublik und die DDR. All das kann man auf vielen alten Briefmarken sehen.
Sehr teuer!

- Hier siehst du den teuersten Brief der Welt. Kein Wunder, dass er nur ganz behutsam angefasst wird.
Die teuerste Briefmarke der Welt ist rund 2 Mio Euro wert. Es gibt sie nur einmal. Eine andere – die berühmte "Blaue Mauritius", ist deshalb wertvoll, weil sie einen Druckfehler enthält.
Die zeitgeschichtliche Reihe "Zeitkreisel" senden wir jeden Montag bei LILIPUZ.











