Geschichte
02.10.1608: Erfindung des Fernrohres
Eine Riesensensation war die Erfindung des Fernrohres vor 400 Jahren!
Im Fernsehen hast du vielleicht schon einmal gesehen, dass die Kamera an einen Gegenstand, der eigentlich ganz weit weg steht, ganz nah heranfahren kann. Man nennt das "zoomen".
Das menschliche Auge kann nicht "heranzoomen". Um etwas näher zu betrachten, müssen wir näher herangehen - oder ein Fernglas oder ein Fernrohr zu Hilfe nehmen.
Ziemlich praktisch!

- Sternbeobachtung heute: Das größte Spiegelteleskop Deutschlands steht in Thüringen.
Und deshalb war die Erfindung des Fernrohres vor 400 Jahren eine ziemliche Sensation - vor allen Dingen, weil sich damals die Forscher besonders für Himmelskunde interessierten und ganz viel wissen wollten über die Sterne, die Sonne und die Planeten.
Auch heute noch arbeiten Astronomen mit Fernrohren oder Teleskopen, wie sie auch genannt werden, genauso wie Biologen, Jäger und Seefahrer.
Der Erfinder
Als Erfinder des ersten Fernrohres gilt der Brillenmacher Jan Lipperhey aus Wesel. Er war 1594 nach Middelburg in Holland ausgewandert und hatte eine gute Idee, wie er ein Gerät bauen könnte, mit dem man weit entfernte Dinge näher heranholen kann.
Er setzte einfach zwei Brillengläser, so genannte Linsen, in ein Rohr und bot es am 2. Oktober 1608 dem Rat von Zeeland als Erfindung an.
Fast gleichzeitig gab es in Holland noch andere Tüftler, die ebenfalls Fernrohre bauten, deshalb ist nicht ganz sicher, ob wirklich Jan Lipperhey das erste Fernrohr gebaut hat.
Auf nach Holland

- Hier ließ sich Lipperhey nieder: Middelburg in Zeeland/Niederlande
Das Fernrohr von Lipperhey hatte zwar nur eine dreifache Vergrößerung, aber der Rat von Zeeland war begeistert und kaufte das Ding.
Damals war Holland nämlich eine wichtige Seemacht und sehr daran interessiert, die Küstengewässer rund um Holland genau beobachten zu können - um zum Beispiel zu sehen, ob sich vielleicht ein feindliches Schiff näherte.
Berühmter Nachbauer
Ein Jahr später wurde das Fernrohr auf einer Messe in Paris angeboten, und dort kaufte sich auch der berühmte italienische Forscher und Astronom Galileo Galilei ein solches Fernrohr.
Er zerlegte es und baute sich dann selber eins - und das hatte schon eine 30-fache Vergrößerung. So konnte Galilei feststellen, dass der Planet Jupiter vier Monde hat, die ihn umkreisen.
Auch heute noch sind Fernrohre die wichtigsten Instrumente zur Erforschung des Weltraums. Diese modernen Teleskope haben aber keine Linsen, sondern Spiegel für die Vergrößerung - so wie das riesige Weltraum-Teleskop Hubble, das elfeinhalb Tonnen schwer ist, 13 Meter lang und die Erde in 590 Kilometern Entfernung umkreist.

- Und Fernrohre lassen uns eine tolle Aussicht erst so richtig genießen!
Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.









