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02.10.1869: Mahatma Gandhi wird geboren

Geschichte

02.10.1869: Mahatma Gandhi wird geboren

Vor 140 Jahren wurde der wohl berühmteste indische Freiheitskämpfer geboren.

Bild vergrößernMahatma Gandhi im Schneidersitz sitzend und Briefe lesend hinter seinem Spinnrad; Rechte: dpa

Am 2.Oktober 1869 wurde Mohandas Karamchand Gandhi in Indien geboren. Die Leute nannten ihn Mahatma Gandhi. "Mahatma" bedeutet in Sanskrit, der Sprache der Inder, "Große Seele".

Gandhi selbst fand seinen neuen Namen übertrieben und konnte sich nie richtig damit anfreunden. Aber die Leute gaben ihm diesen Ehrentitel, weil er sich mehr als 50 Jahre seines Lebens für die Rechte und die Befreiung des indischen Volkes einsetzte. Dafür wurde er von vielen Menschen in seinem Land verehrt.

Bild vergrößernMahatma Gandhi als junger Anwalt; Rechte: dpa
Kaum wieder zu erkennen: Der junge Gandhi.

Gandhi war Rechtsanwalt von Beruf. Nach seinem Studium in London kehrte er mit 22 Jahren als fertiger Rechtsanwalt nach Indien zurück. Zu dieser Zeit wurde Indien von den Engländern regiert. Indien war eine englische Kolonie. Vielen Indern ging es sehr schlecht. Die Engländer hatten viele Gesetze eingeführt, mit denen sie die Inder ausbeuteten und unterdrückten.

Gandhi wollte die Inder dazu bringen, sich gegen die Ungerechtigkeiten der Engländer zu wehren. Mit ihnen zusammen kämpfte er für die Unabhängigkeit Indiens, also dafür, dass die Inder wieder selbst bestimmen konnten, wie es mit ihrem Land weiter ging.


Gandhis Kampf funktionierte ohne Gewalt

Gandhi sitzend zwischen vielen Männern; Rechte: dpa
Gandhi suchte sein Leben lang das Gespräch mit den Menschen.

Er rief die Menschen in seinem Land stattdessen auf, den Engländern einfach nicht mehr zu gehorchen und die ungerechten Gesetze nicht mehr zu befolgen. Außerdem überlegte er, was die Inder machen könnten, um eigenes Geld zu verdienen. Eines Tages rief er zum Beispiel dazu auf, dass alle Inder ihre englischen Kleidungsstücke verbrennen sollten. Sie sollten lieber indische Stoffe herstellen, kaufen und verkaufen und so von den Engländern unabhängig werden.

Berühmt ist auch der "Salzmarsch" den Gandhi 1930 anführte, um sich gegen die "Salzsteuer" der Engländer zu wehren.


Der Salzmarsch - ein Protestmarsch

Die Engländer hatten verboten, dass die Inder ihr eigenes Salz produzierten und sie mussten für jede Prise Salz, die sie von den Engländern kauften, auch noch extra Steuern, also Geld, bezahlen. Deshalb marschierte Gandhi zusammen mit Hunderten Indern zum Meer.


Mahatma Gandhi 1930 beim Salzmarsch; Rechte: dpa
Eine lange und beschwerliche Reise zum Meer.

Aber sie lohnte sich. Zwar versuchten die Engländer die Inder mit Gewalt daran zu hindern am Meer aus dem Salzwasser ihr eigenes Salz herzustellen. Aber dabei gingen sie so brutal vor, dass ausländische Journalisten davon Wind bekamen und in allen Zeitungen plötzlich Geschichten über die gemeinen Engländer und die unterdrückten Inder zu lesen waren. Und damit war der Salzmarsch ein großer Erfolg für Gandhi.


Woher nahm er die Kraft?

Unterstützt wurde Gandhi bei seinen Protestaktionen vor allem von seiner Ehefrau Kasturba Nakanji. Kasturba und Gandhi waren 62 Jahre lang verheiratet und hatten vier Söhne. Kasturba Gandhi führte den Kampf ihres Ehemanns weiter, wenn er von den Engländern verhaftet wurde. Das kam mehrmals vor: Insgesamt saß Gandhi acht Jahre lang im Gefängnis.


Gandhi-Brille und -Taschenuhr liegen vor einem Gandhi-Foto; Rechte: dpa
Sein Markenzeichen: die typische runde Brille. Sie wurde vor nicht allzu langer Zeit für viel Geld versteigert.

Bild vergrößernKinder mit einem Gandhi-Plakat am Geburtstag des Freiheitskämpfers; Rechte: dpa
Junge Gandhi-Fans

Aber ganz gleich, was auch passierte: Gandhi kämpfte unermüdlich weiter für die Unabhängigkeit Indiens.

In der ganzen Zeit wurde er niemals gewalttätig und gewann seinen Kampf am Ende trotzdem: Im Juni 1947 wurde Indien unabhängig.

Leider hatte Gandhi nicht mehr viel davon. Ein halbes Jahr später, am 30. Januar 1948, wurde Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi im Alter von 79 Jahren ermordet.


Mahatma Gandhi-Gedenkstätte; Rechte: dpa
Gedenkstätte Mahatma Gandhis im Garten des Birla-Hauses in Neu Delhi. Gandhi wurde am 30. Januar 1948 hier im Garten ermordet.

Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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