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02.12.1908: Ein Zweijähriger wird in Peking zum Kaiser gekrönt

Geschichte

02.12.1908: Ein Zweijähriger wird in Peking zum Kaiser gekrönt

Viele Kinder sind mit zwei Jahren noch nicht mal im Kindergarten, dieser Junge wurde mit zwei Jahren der Kaiser von China: Pu Yi.

Bild vergrößernFilmausschnitt "Der letzte Kaiser" - Der kleine Pu Yi vor seinem Hofstaat im Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt; Rechte: dpa

Ausgesucht hat Pu Yi sich das nicht. Er musste sich von heute auf morgen für immer von zu Hause und seiner Mutter trennen und in die "verbotene Stadt" ziehen, eine riesige Palast-Anlage mitten in Peking.

Diese "verbotene Stadt" war nur für den Kaiser und sein Gefolge bestimmt. Einfache Bürger durften die Anlage nicht betreten.

Blick auf die "Halle der höchsten Harmonie" in der Verbotenen Stadt in Peking. Der ehemalige Kaiserpalast gehört heute zum Weltkulturerbe; Rechte: dpa

Ein einsamer kleiner Kaiser

Bild vergrößernEin Bronzelöwe als Symbol der kaiserlichen Macht in der Verbotenen Stadt in Peking; Rechte: dpa

Pu Yi war Sohn eines Prinzen und eigentlich nur entfernt mit dem damaligen Kaiser verwandt. Der damalige Kaiser hatte aber keine eigenen Kinder. Als er gestorben war, hatte er keinen Erben hinterlassen.

Die alte Tante des damaligen Kaisers, die mächtige Cixi, hatte alles so eingefädelt, dass der kleine Pu Yi der neue Kaiser wird. Sie regierte schon seit Jahrzehnten mit und hatte die eigentliche Macht am kaiserlichen Hof. Man munkelt, sie habe sogar den alten Kaiser vergiftet, damit der kleine Pu Yi auf den Thron kommt.

Am 2. Dezember 1908 war es soweit: der kleine Pu Yi wurde vor tausenden Menschen in einer prächtigen Zeremonie zum Kaiser gekrönt. Wahrscheinlich hätte er selber viel lieber gespielt und wäre bei seiner Mutter auf dem Arm gewesen als auf einem riesigen Thron. Denn obwohl er so reich war, das er alles haben konnte, lebte er doch einsam und völlig abgeschieden in der "verbotenen Stadt".


Filmausschnitt "Der letzte Kaiser" - der kleine Pu Yi schlafend; Rechte: dpa
Pu Yi hatte eine einsame Kindheit. Hier siehst du einen Ausschnitt aus der Verfilmung seines Lebens - "Der letzte Kaiser".

Auch eine richtige Schule hat Pu Yi nie besucht. Er bekam Privatunterricht und seine einzigen Mitschüler waren sein Bruder und ein paar Adelskinder. Die meiste Zeit war er von Erwachsenen umgeben, die ihn anbeteten, aber gleichzeitig sagten, was er tun sollte.


Filmausschnitt "Der letzte Kaiser" - Der kleine Pu Yi vor seinem Hofstaat im Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt; Rechte: dpa

Das Ende der Kaiserzeit

Bild vergrößernPu Yi in Uniform; Rechte: dpa
Pu Yi
1906-1967

Schon nach vier Jahren war Pu Yi's und gleichzeitig auch Chinas Kaiserzeit zu Ende. Bis Pu Yi endgültig aus dem kaiserlichen Palast gejagt wurde, durfte er als letzter Kaiser noch eine Zeit in der verbotenen Stadt leben. China war rund 3000 Jahre ein Kaiserreich gewesen.

Pu Yi, der letzte Kaiser, lebte bis kurz vor seinem Tod als einfacher Gärtner. Er schrieb ein Buch mit dem Titel "Ich war Kaiser von China", das später verfilmt wurde.


Li Shuxian, die Witwe von Pu Yi, legt Blumen an dessen Grab nieder; Rechte: dpa
Pu Yis Marmor-Grabmal in der chinesischen Provinz Hebei.

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