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04.04.1909: Die erste Volkssternwarte Deutschlands eröffnet in Berlin

Geschichte

04.04.1909: Die erste Volkssternwarte Deutschlands eröffnet in Berlin

Da sich nicht jeder ein Teleskop leisten und damit die Sterne vom Himmel holen kann, gibt es Volkssternwarten.

Die Astronomie, also die Sternenkunde, gehört zu den ältesten Wissenschaften der Welt. Lange konnten die Forscher den Himmel jedoch nur mit bloßem Auge beobachten.

Erst mit der Erfindung des Fernrohrs vor etwa 400 Jahren verbesserten sich ihre Möglichkeiten enorm. Aber es waren trotzdem nur wenige Spezialisten, die sich mit den Sternen befassten. Das änderte sich erst im 19. Jahrhundert.

Eva und Eddi sitzen auf dem Autodach ihrer Ente und schauen sich eine Mondfindsternis an; Rechte:dpa
Auch Eva und Eddi können mit ihren Ferngläsern besser in den Himmel gucken - sie beobachten eine Mondfinsternis

Friedrich Simon Archenhold

Bild vergrößernSteinskulptur des Astronomen Friedrich Simon Archenhold, Begründer der ersten Volkssternwarte in Berlin; Rechte: dpa
In Stein: Friedrich Simon Archenhold

In Deutschland kommt dem Astronomen Friedrich Simon Archenhold das Verdienst zu, auch den normalen Bürgern einen Blick auf die Gestirne ermöglicht zu haben.

Ende des 19. Jahrhunderts arbeitete er schon länger an der Entwicklung eines riesigen neuen Linsenteleskops. 1896 wurde er eingeladen dieses neue Teleskop auf der Gewerbeausstellung in Berlin vorzuführen. Berlin war damals seit 25 Jahren Hauptstadt und wollte mit der Ausstellung zeigen, welche technischen Meisterleistungen in Deutschland möglich waren.

Auf dem Ausstellungsgelände in Berlin-Treptow wurde das große Teleskop mit einem Holzgebäude versehen und den Besuchern zugänglich gemacht. Archenhold und seine Sternenfreunde rechneten sich aus, dass die Besucher in Scharen herbei strömen würden, um einen Blick durch das Teleskop zu werfen.


Die Archenhold-Sternwarte in Berlin_Treptow; die erste Volkssternwarte wurde 1909 eröffnet; Rechte: dpa
Die Archenhold-Sternwarte in Berlin - auf dem Dach das Linsenteleskop

Doch zuerst war das Teleskop noch nicht fertig, dann kamen viel weniger Besucher als erwartet und der erhoffte Gewinn blieb aus. Am Ende kam noch nicht einmal so viel Geld zusammen, dass das Teleskop wieder abgebaut werden konnte!

Deshalb blieb es auf dem Ausstellungsgelände stehen und Friedrich Simon Archenhold forschte an dieser Stelle weiter. Aber niemand konnte ihn dafür bezahlen! Deshalb öffnete er erneut die Türen seiner kleinen Sternwarte für die Berliner Bürger und hielt Vorträge und Beobachtungsabende ab. Damit war der Anfang gemacht.

Knapp zehn Jahre später war die Einrichtung so erfolgreich, dass das alte Holzgebäude abgerissen und durch ein neues, steinernes Gebäude ersetzt wurde.


Am 4. April 1909...

...eröffnete die erste Deutsche Volkssternwarte ihre Pforten! Seit 1946 heißt sie ganz offiziell Archenhold-Sternwarte. Bis heute kann man dort den Himmel durch das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt beobachten.

Doch man muss nicht mehr nach Berlin fahren, um die Sterne durch ein Teleskop zu sehen: Heute hat fast jede größere Stadt in Deutschland ihre Volkssternwarte. 

Mehr über die Archenhold-Sternwarte


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