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10. Mai 1933: Bücherverbrennung der Nazis

Geschichte

10. Mai 1933: Bücherverbrennung der Nazis

Am Abend des 10. Mai 1933 herrscht auf dem Platz vor der Berliner Oper ein gespenstisches Treiben.

Bild vergrößernMai 1933: Menschenmenge vor einem Berg brennender Bücher; Rechte: dpa

Die Flammen eines gewaltigen Feuers lodern in den dunklen Himmel. Auf Lastwagen werden Berge von Büchern herangefahren. Studenten in braunen Uniformen werfen die Bücher ins Feuer, unter dem Gejohle einer großen Menschenmenge. In dieser Menge steht ein Mann, der nicht klatscht und johlt...

Erich Kästner

Bild vergrößernPortraitaufnahme von Erich Kästner; Rechte: dpa
Erich Kästner

Der Schriftsteller, der so berühmte Kinderbücher wie "Emil und die Detektive" geschrieben hat, muss hilflos mit ansehen, wie auch seine Bücher in den Flammen verkohlen.

Denn Kästner gehört zu den Leuten, die den neuen Herren in Deutschland nicht passen. Seit drei Monaten sind Adolf Hitler und die Nazis an der Macht. Sie unterdrücken alle Menschen, die anderer Meinung sind.

Mit der Bücherverbrennung, die nicht nur in Berlin, sondern auch in vielen anderen deutschen Städten stattfindet, wollen die Nazis allen zeigen, wer jetzt in Deutschland das Sagen hat.


"Wider den undeutschen Geist"...

Mai 1933: Bücher werden zur Verbrennung transportiert; Rechte: dpa
...so lautete die Aufschrift auf den Autos, die die Bücher zum Scheiterhaufen transportieren.


Bild vergrößernPortraitaufnahme von Sigmund Freud; Rechte: dpa
Der berühmte Arzt und Psychologe Sigmund Freud. Auch seine Bücher wurden verbrannt.

So verbrennen sie die Werke von 24 der besten deutschsprachigen Dichter und Denker: Bücher des Physikers Albert Einstein sind dabei, des Seelenarztes Sigmund Freud, des Philosophen Karl Marx oder des Dichters Kurt Tucholsky - alles Leute, die auf der ganzen Welt bekannt sind.

Manche Schriftsteller passen den Nazis nicht, weil sie Juden sind. Andere haben vor Hitler und seinen brutalen Anhängern gewarnt oder sich über die Nazis mit ihren blöden Sprüchen lustig gemacht.

Und dazu gehört auch Erich Kästner. Nach der Bücherverbrennung bekommt er absolutes Schreibverbot. Kein deutsches Kind darf jetzt mehr "Emil und die Detektive" oder "Das fliegende Klassenzimmer" lesen. Seine Bücher können nur noch im Ausland erscheinen.


Mai 1933: In Berlin werfen Nazis Bücher ins Feuer; Rechte: dpa

Von den Nazis verboten: Heine

Bild vergrößernPortrait von Heinrich Heine; Rechte: dpa
Heinrich Heine

Ein anderer der verbotenen Dichter ist Heinrich Heine. Heine ist zu dieser Zeit schon lange tot, aber von ihm stammen Gedichte, die zu den schönsten der deutschen Sprache gehören.

Die Nazis haben Heines Bücher nur deshalb verbrannt, weil er Jude war. Die Juden werden von ihnen ganz besonders grausam verfolgt. Man schleppt sie in Konzentrationslager und tötet sie. Mit der Bücherverbrennung hat das alles angefangen.

Fast hundert Jahre vorher hatte Heinrich Heine geschrieben: "Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man bald auch Menschen."


Mai 1933: Auf dem Platz vor der Universität Berlin verbrennen Nazis Bücher; Rechte: dpa
Bücherverbrennung in Berlin am 10. Mai 1933


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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