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10.09.1984: Der genetische Fingerabdruck wird entdeckt

Geschichte

10.09.1984: Der genetische Fingerabdruck wird entdeckt

Der genetische Fingerabdruck steckt in allen Körperzellen eines Menschen und sieht bei jedem Menschen anders aus.

Er ist aus keinem Krimi wegzudenken: der so genannte genetische Fingerabdruck. Mit dem richtigen Fingerabdruck hat er zwar eigentlich nicht viel zu tun. Aber an einem Tatort kann er oft sehr gut beweisen, ob sich eine bestimmte Person dort aufgehalten hat – auch wenn sie zum Beispiel Handschuhe getragen hat.

Die Kriminaltechniker suchen am Tatort ganz gezielt nach Spuren, die mit bloßem Auge nicht gut zu erkennen sind: nach Hautschüppchen, Haaren, Speichelresten oder Blutstropfen. Darin sind nämlich Körperzellen enthalten, und in jeder dieser Körperzellen ist das Erbmaterial eines Menschen versteckt, die sogenannte DNA.

Die DNA


Bild vergrößernJunge kämmt sich mit Kamm den Pony; Rechte: imago
Beim Kämmen bleiben Haare im Kamm hängen - Haare, an denen man den genetischen Fingerabdruck ablesen kann.

Vor 25 Jahren entdeckte der englische Biologe Alec Jeffreys vom Institut für Genetik der Universität Leicester in England, dass die DNA von Mensch zu Mensch an bestimmten Stellen so verschieden ist, dass man sie daran eindeutig unterscheiden kann. Die DNA von verschiedenen Menschen ist zwar unterschiedlich, aber die DNA von einem Menschen sieht immer gleich aus – egal ob sie aus einer Hautzelle, einer Blutzelle oder einer Zelle aus der Mundschleimhaut stammt.

Wenn zum Beispiel eine Baseballkappe am Tatort gefunden wird, an der Haare hängen oder Hautschüppchen kleben, kann die Polizei überprüfen, ob die Kappe möglicherweise von einem Tatverdächtigen stammt: Sie vergleicht dann das DNA-Muster von den Spuren an der Kappe mit dem DNA-Muster aus einer Blut- oder einer Speichelprobe eines Verdächtigen.



Die E ntdeckung

Eher zufällig hatte der Alec Jeffreys am Morgen des 10. September 1984 das Prinzip des genetischen Fingerabdrucks in seinem Labor entdeckt: Bei einer Untersuchung von DNA war ihm aufgefallen, dass es im Erbmaterial des Menschen Abschnitte gibt, die sich wiederholen – die Anzahl der Wiederholungen sind aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Alec Jeffreys nannte seine Methode dann aus Spaß "genetischen Fingerabdruck" – denn die Linien-Muster, die sich bei der Analyse der DNA ergeben, erinnerten ihn ein bisschen an die Linienmuster, die man vom normalen Fingerabdruck kennt.


Mann wertet Folie mit DNA-Zusammensetzung aus; Rechte: mauritius
Beim Vergleich der DNA fällt auf: Die DNA-Bausteine sind bei allen Menschen gleich, die Zusammensetzung ist jedoch unterschiedlich.

Bis heute ist die Methode immer weiter verfeinert worden. Sie wird nicht nur bei Kriminalfällen angewendet, sondern auch, um Verwandtschaftsverhältnisse zu klären: zum Beispiel, ob jemand der Vater von einem Kind ist. Und auch bei Tieren und Pflanzen kann man den genetischen Fingerabdruck nutzen. Zoos nutzen die Methode zum Beispiel, wenn sie züchten wollen – mithilfe des genetischen Fingerabdrucks lässt sich nämlich feststellen, welche Tiere zu nah miteinander verwandt sind, um sich zu paaren und Junge zu bekommen.


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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