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10.11.1483: Martin Luther wird geboren

Geschichte

10.11.1483: Martin Luther wird geboren

Der Mönch und Kirchengelehrte Martin Luther hat bewirkt, dass die evangelische Kirche entstanden ist.

Am 10. November 1483 wurde Martin Luther geboren. Er war ein christlicher Mönch und Kirchengelehrter, der mit seiner Kritik an der damaligen christlichen Kirche bewirkte, dass es zu einer Kirchenspaltung kam und die evangelische Kirche  entstanden ist. Reformation nennt man das.

Damals gab es nämlich nur die katholische Kirche. Reformieren hört sich so ähnlich an wie renovieren - und genau darum geht es auch: etwas Altes zu überprüfen und zu erneuern.

Die Sache mit den Ablassbriefen

Bild vergrößernEin Komparse spielt den Ablasshandel nach; Rechte: dpa
Ablasshandel

Das "Alte" war die christliche Kirche, die damals immerhin schon knapp 1500 Jahre bestand. In dieser langen Zeit war der christliche Glaube allmählich zum wichtigsten in ganz Europa geworden.

Es hatten sich aber auch einige Missstände eingeschlichen. Martin Luther störte vor allem die Art und Weise, wie damals gebeichtet wurde. Die Gläubigen konnten sich von ihren Sünden freikaufen: Sie spendeten Geld und bekamen dafür vom Priester einen so genannten Ablassbrief.

So wurden die Sünden erlassen. Geld gegen Sünden also. Aber funktioniert so ein Handel tatsächlich auch mit Gott?


Martin Luther studierte sehr gründlich die Bibel und stellte fest, dass dort gar nichts von einer Sündenvergebung, die man kaufen kann, stand! In der Heiligen Schrift und ihren Evangelien prägten sich Luther vor allem Textstellen ein, in denen es um die Liebe Gottes zu den Menschen ging und die Gnade, die er ihnen - ganz ohne eine Gegenleistung zu verlangen - erwies!

Martin Luther schrieb darüber lange Aufsätze und wollte mit seinen Professorenkollegen und Mitbrüdern darüber diskutieren. Die hatten allerdings zunächst kein großes Interesse daran. Erst als er einen Zettel mit 95 seiner wichtigsten Gedanken an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte, die jeder sehen und lesen konnte, nahmen seine Vorgesetzten die Sache ernst. Über viele Jahre hinweg wurde nun diskutiert und debattiert.


In der Verbannung

Bild vergrößernDie Wartburg bei Eisenach; Rechte: dpa
Die Wartburg

Martin Luther wurde immer wieder angeklagt und mit dem Tode bedroht. Aber er fand auch viele Anhänger, die ihn unterstützten und vor dem Tod bewahrten. Er wurde stattdessen in die Verbannung geschickt und lebte einige Jahre unerkannt auf der Wartburg in Eisenach.


Die Reformation

Aufgeschlagene Seiten - angeblich der Privatbibel von Martin Luther; Rechte: dpa
Eine Bibel - vielleicht sogar die Original-Bibel, in der Luther gelesen hat

Seine Lehre von einem gnädigen Gott unter Berufung auf die Texte der Bibel breitete sich unterdessen immer weiter aus und fand immer neue Anhänger. Aus einer kleinen Reform wurde eine große Reformbewegung, die Reformation.

Weil Priester und Bischöfe sich jedoch nicht alle auf diese Erneuerung einigen konnte, kam es zu einer Kirchenspaltung. Damit entstand die evangelische Kirche, die wie die katholische Kirche zum Christentum zählt, jedoch auf ihre Weise an Gott glaubt und Gottesdienst feiert.


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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