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11.02.1929: Vatikanstadt wird Staat

Geschichte

11.02.1929: Vatikanstadt wird Staat

Der Vatikan ist ein winzig kleiner Staat, mitten in der großen Stadt Rom - nicht größer als vier Fußballfelder. Hier wohnt und regiert der Papst, direkt neben dem riesigen Petersdom.

Bild vergrößernPapst Benedict mit ausgebreiteten Armen am weit geöffneten Fenster seines Büros im Vatikan; Rechte: dpa
Im Vatikan hat der Papst das Sagen.

Normalerweise werden Staaten von Politikern regiert. Im Vatikan ist das anders. Dort hat der Papst das Sagen - und zwar seit 80 Jahren.

Damals wurde in Rom ein wichtiger Vertrag geschlossen. Die italienische Regierung verhandelte mit dem Papst. Der Vertrag besagte, dass der Vatikan, ein kleiner ummauerter Teil der Stadt Rom, ein eigener, unabhängiger Staat werden soll - mit dem Papst, dem Chef der katholischen Kirche, als Machthaber.


Vertrag mit Italien

Im Jahr 1870 nahmen italienische Truppen die Stadt Rom mit Gewalt ein. Der Papst, damals war das Pius IX, fühlte sich als Gefangener in seiner eigenen Stadt und schloss sich im Vatikan ein.

Pius IX und auch seine beiden Nachfolger saßen im Vatikan fest und wollten nicht mit der italienischen Regierung verhandeln. Erst 59 Jahre später schloss der Papst dann den Staatsvertrag mit der italienischen Regierung.


Vier Fußballfelder

Viergeteiltes Bild: Vier mal das gleiche Fußballfeld; Rechte und Montage: WDR
Der Vatikan ist so groß wie vier Fußballfelder.

Der Vatikan ist zwar klein, aber er hat alles, was zu einem richtigen Staat gehört: Auf einer Fläche von vier Fußballfeldern drängen sich im Vatikan Kirchen, Museen, Regierungsgebäude, eine Polizeistation, Bibliotheken, eine eigene Post, ein Zeitungsdruckerei, Brunnen, Straßen, große Gärten und vieles mehr.


Schweizer Garde

Zwei Soldaten der Schweizer Garde im Vatikan stehen sich in roten Samtuniformen mit gezückten Degen gegenüber. Im Hintergrund ist ein Tor mit der Schweizer Flagge zu sehen; Rechte: dpa

Und dann gibt es noch eine eigene kleine Schutztruppe, die Schweizer Garde. Sie passt auf, dass niemand in den Vatikan hinein kommt, der dort nicht hinein darf.

Im Vatikan wohnen ungefähr 930 Personen. Die meisten von ihnen sind Mitarbeiter des Papstes. Familien gibt es nur sehr wenige. Viele Einwohner sind ältere Leute und die meisten davon Bischöfe oder Priester. Nur die Familien der Soldaten der Schweizer Garde leben im Vatikan. Deshalb ist für Kinder im Vatikan auch nicht gerade viel los.


Abends wird abgeschlossen

Petersdom im Vatikan bei Nacht mit Scheinwerfern angestrahlt; Rechte: dpa
Im Vatikan ist nachts nichts los.

Abends wird immer das große Eingangstor zugeschlossen: Man kann am Abend also nicht einfach so in den Vatikan hinein oder aus ihm hinaus gehen und ein bisschen durch die Stadt Rom bummeln.


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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