Zeitkreisel
13.06.1809: Geburtstag des Autors Heinrich Hoffmann
"Seht einmal, hier steht er: Pfui, der Struwwelpeter. An den Händen beiden ließ er sich nicht schneiden seine Nägel fast ein Jahr. Kämmen ließ er nicht sein Haar."
Wenn man sich die Haare nicht schneiden lässt und mit wilder Mähne herumläuft, dann sagen die Erwachsenen oft: "Du bist ja ein richtiger Struwwelpeter!"
Dabei ist der Struwwelpeter eine Figur aus einem Kinderbuch: Er wurde vor langer Zeit von dem Arzt Heinrich Hoffmann erfunden - zusammen mit ein paar anderen berühmten Rabauken: dem Zappelphilipp, dem Suppenkaspar oder Hans-Guck-in-die-Luft.
Der Struwwelpeter-Erfinder

- Heinrich Hoffmann hat sich die Geschichten vom Struwwelpeter ausgedacht.
Vor 200 Jahren wurde Heinrich Hoffmann in Frankfurt geboren. Etwa 40 Jahre später arbeitet er als Arzt in einem Krankenhaus und muss oft auch Kinder untersuchen, die furchtbare Angst vor ihm haben. Wenn er an ihr Bett kommt, brechen sie gleich in mörderisches Gebrüll aus.
Der Doktor überlegt sich einen Trick: Er reißt ein Blatt aus seinem Notizheft, zeichnete mit dem Bleistift einen Jungen darauf und erzählt, wie sich dieser Bengel nicht mehr Haare und Nägel schneiden lässt. Das kranke Kind staunt – und hält still, während Heinrich Hoffmann es untersucht: Der Struwwelpeter ist also nur ein Ablenkungsmanöver.

- Wenn der Kinderarzt nette Geschichten erzählt, ist die Untersuchung nur halb so schlimm.
Zu Weihnachten ein Buch
Weihnachten 1844 wird der Struwwelpeter dann zum Helden eines Bilderbuches. Das liegt an Hoffmanns kleinem Sohn Carl. Der Vierjährige soll zu Weihnachten ein hübsches Bilderbuch bekommen. Doch Bücher mit Geschichten für Kinder gibt es zu dieser Zeit noch gar nicht. Alles, was der Doktor findet, ist furchtbar langweilig.
Da fällt Heinrich Hoffmann der böse Bube aus dem Krankenhaus wieder ein. Schnell besorgt er sich ein leeres Schreibheft und fängt an zu zeichnen: Geschichten um freche Kinder, denen gar schreckliche Dinge passieren. Zu den Bildern denkt er sich lustige Reime aus, denn gedichtet hat er immer schon gern. Kurze Zeit später findet der kleine Carl das Heft unterm Weihnachtsbaum und freut sich riesig darüber. Doch auch Hoffmanns Freunde sind ganz begeistert: Sie überreden ihn, das Büchlein zu veröffentlichen.
Der "Struwwelpeter" wird in viele Sprachen übersetzt und macht Heinrich Hoffmann auf der ganzen Welt berühmt.

- Heute gibt es sogar ein eigenes Museum für den Struwwelpeter: Das Struwwelpetermuseum in Frankfurt.
Die zeitgeschichtliche Reihe "Zeitkreisel" senden wir jeden Montag bei LILIPUZ.










