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1609: Beginn der modernen Astronomie

Geschichte

1609: Beginn der modernen Astronomie

Vor 400 Jahren machten zwei Forscher bahnbrechende Entdeckungen, die die Wissenschaft der Sternenkunde veränderten.

Bild vergrößernGegenlichtaufnahme eines Mannes und eines Kindes, die einen Kometen am Himmel bestaunen; Rechte: dpa

Heutzutage wissen wir, dass sich die Erde und auch die anderen sieben Planeten - Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun - um die Sonne drehen. Bis vor etwa 400 Jahren aber glaubten die meisten Leute, dass sich die Sonne und alle Planeten um die Erde drehen.

Damals bestimmte nämlich vor allem die Kirche, was die Menschen über Gott und die Welt, über den Himmel und die Sterne glaubten. Und in dem Weltbild der Kirche war die Erde der Mittelpunkt, um den sich alle anderen Himmelskörper drehten.

Die Erde aus dem Weltall betrachtet; Rechte: dpa
Früher dachten die Menschen, die Erde sei der Mittelpunkt der Himmelskörper.

Bahnbrechende Erkenntnisse

Bild vergrößernZeitgenössischen Zeichnung von Galileo Galilei; Rechte: dpa
Galileo Galilei (1564-1642)

Der experimentierfreudige Italiener Galileo Galilei machte viele Versuche mit technischen Geräten. Und im Jahr 1609 besorgte er sich ein neuartiges Gerät, das ein holländischer Brillenmacher nur ein paar Monate zuvor entwickelt hatte: ein Fernrohr. Damit schaute Galilei in den Himmel und konnte zum Beispiel erkennen, dass der Mond Berge und Täler hat.

Dann nahm sich Galilei den Planeten Jupiter mit seinem Fernrohr vor und bemerkte, dass vier kleine Punkte den Jupiter umkreisten - so, wie der Mond die Erde umkreiste. Also hatte der Jupiter auch Monde!

Aber wie konnte es sein, dass ein anderer Himmelskörper Monde hatte, die nur ihn umkreisten – wenn sich doch eigentlich alles um die Erde drehte?


Teleskop steht neben einem Bild von Galileo Galilei; Rechte: dpa

Je länger Galilei den Himmel und die Bewegungen der Himmelskörper, der Sterne und Planeten beobachtete, umso klarer wurde ihm: Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Welt, sondern die Sonne. Als er dies veröffentlichte, wurden die mächtigen Kirchenmänner böse und zwangen Galilei, seine Meinung zu widerrufen - sonst hätten sie ihn umgebracht.


Unterstützung für Galilei

Dabei war Galilei nicht der erste, der die Sonne als Zentrum ansah: So hatte zum Beispiel der Sternenforscher Kopernikus schon 60 Jahre zuvor aus Himmelsbeobachtungen geschlossen, dass die Planeten sich auf kreisrunden Bahnen um die Sonne drehten.

Auch Johannes Kepler (Foto) hatte die Bücher von Kopernikus gelesen und fand diese Vorstellung einleuchtend. Das Problem war nur: Die Messungen von den Positionen der Planeten passten nicht auf eine Kreisbahn.


Mann schaut durch ein Fernrohr, neben ihm eine Büste von Johannes Kepler; Rechte: dpa

Auch Johannes Kepler rechnete und grübelte wie verrückt – und hatte irgendwann eine Idee: Die Planeten bewegten sich nicht auf Kreisbahnen, sondern auf so genannten Ellipsen, also langgezogenen Kreisen.

Damit hatte Kepler sein erstes Planetengesetz aufgestellt. Und das stellte klar: Der Abstand eines Planeten von der Sonne ist nicht immer der gleiche. Die Planeten sind bei ihrem Weg um die Sonne mal etwas näher dran und mal etwas weiter weg. Welche Kraft die Bewegungen der Planeten lenkte, konnte Kepler zu Lebzeiten nicht beantworten.

Hier erfährst du noch mehr über unsere Planeten


Mögliches Schaubild unseres Sonnensystems; Rechte: dpa
So könnte unser Sonnensystem aussehen.

Das Prinzip der Schwerkraft durchschaute erst der berühmte Isaac Newton 75 Jahre später. Aber das ist eine andere Geschichte...


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