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1760: Ein englischer Kartenmacher erfindet das Puzzle

Geschichte

1760: Ein englischer Kartenmacher erfindet das Puzzle

Es gibt viele verschiedene Arten von Puzzeln: Die meisten sind aus fester Pappe. Die einzelnen Puzzleteile haben Löcher und runde Zähnchen, die aber alle ein bisschen unterschiedlich sind.

Bild vergrößernEin Puzzleteil. In die Kamera gehalten auf einem Finger; Rechte; dpa
Kleines Puzzlestückchen

Kein Wunder, denn nur ganz bestimmte Teilchen passen eben zusammen wie ein Schlüssel ins Schloss. Und dann gibt es auch manchmal Puzzle aus Holz. Einige von ihnen zeigen die Umrisse von Ländern oder zum Beispiel von Europa. Die einzelnen Teile sind dann geformt wie die Umrisse der Länder. Mit solchen Puzzeln hat alles angefangen.

Damals: Landkarten

Im Jahr 1760 fing der junge englische Kartenzeichner und Drucker John Spilsbury an, seine auf dünne Holzplatten geklebten Landkarten in verschiedene Stücke zu zersägen.

Er sägte vorsichtig entlang der Grenzen von Grafschaften und Landkreisen. Die einzelnen Teile legte er in ein kleines Kästchen aus Eichenholz und verkaufte das „Holz-Legespiel“ (den Begriff „Puzzle“ gab es damals noch nicht) als Kinder-Lernspiel.  

Hier kannst du dir eine der Landkarten anschauen, aus denen Spilsbury ein Puzzle machte


Andere Motive

Bild vergrößernSchwarz-weiss Portrait der englischen Königin Queen Victoria - Urgroßmutter von Königin Elisabeth; Rechte: dpa
Puzzle-Fan: Königin Victoria.

Doch bald entwickelte sich seine Erfindung weiter: Die Leute wollten nicht nur Landkarten zusammensetzen, sondern auch Bilder von anderen Motiven. Einfach so, aus Spaß - ohne dass man unbedingt was lernen musste.

Die Königin Victoria von England schrieb nach einem Puzzleabend mit zwei Lords in ihr Tagebuch:
'Der vergnüglichste und fröhlichste Abend seit langer Zeit, bin bis halb zwölf geblieben!'


Viele verschiedene Hände suchen in einem großen Haufen Puzzlestücken herum; Rechte: dpa
Wo steckt nur das richtige Teil?




Puzzle = verwirren

Puzzle heißt übrigens im englischen: „verwirren“...  Und nach und nach zeigte sich: Es ist einfacher, wenn die einzelnen Teile miteinander verbunden sind – durch kleine Ausbuchtungen und Nasen zum Beispiel. Allerdings war es lange Zeit schwierig, solche Nasen auszusägen. Deshalb wurden die Puzzles um das Jahr 1900 herum mit Sägemaschinen aus Sperrholz hergestellt – und auch aus Karton. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg, also ab 1945 ersetzten dann moderne Stanzen die alten Sägemaschinen. Dadurch wurde es viel leichter, Puzzle herzustellen. Die Stanzen funktionieren wie die Ausstechformen für Plätzchen. Mit großem Druck zerteilen sie die Pappe in viele kleine Teilchen – und so können die Puzzle-Hersteller auch Puzzle mit mehr als 1.000 Teilen herstellen.  


Heute: Sogar Pyramiden

Bild vergrößernEin Mädchen, das mit einem Puzzle beschäftigt ist; Rechte: dpa

In unserer Zeit gibt es unglaublich viele verschiedene Arten von Puzzeln: rosa Prinzessinnen, Schlösser vor schneebedeckte Bergen, süße Kätzchen. Kugel-Puzzles, Pyramiden-Puzzles, 3D-Puzzles ...

Eines aber haben alle gemeinsam: Das tolle Gefühl, ein Teilchen nach dem anderen an die richtige Stelle zu setzen – bis schließlich das Puzzle-Bild fertig ist.


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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