Geschichte
2. 11. 2000: Einführung des Gesetzes zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung
Lange Zeit war es vollkommen normal Kinder mit Schlägen zu bestrafen und zu erziehen. Vor Zehn Jahren beschlossen Politiker ein Gesetz, das dem ein Ende machen sollte.
Eine ordentliche Tracht Prügel oder eine schallende Ohrfeige - das waren früher ganz normale Mittel der Kindererziehung. Schon in der Bibel steht: "Wer seine Rute schonet, der hasset seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtiget ihn bald." So wurden Kinder jahrhundertelang geschlagen, in dem Glauben, man täte ihnen damit einen Gefallen.
Die Eltern verteilten nicht nur Ohrfeigen: Oft verprügelten sie ihre Kinder sogar mit Lederriemen, Teppichklopfern oder Kochlöffeln. Und Lehrer durften ihre Schüler mit dem Rohrstock schlagen, wenn sie nicht fleißig genug lernten.
Schlagen ist schlecht für Kinder
Vor etwa 40 Jahren setzte sich dann allmählich die Erkenntnis durch, dass Schläge nicht nur unnötig, sondern für Kinder ganz und gar nicht gut sind. Während die Prügelstrafe jedoch 1973 in den Schulen verboten wurde, durften die Eltern zu Hause immer noch hauen, wie sie wollten. Ganz nach dem Motto: Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet.
Gesetz gegen Elterngewalt

- Die deutschen Politiker beschließen ein Gesetz, das die Gewalt in der Erziehung verbietet.
Erst vor zehn Jahren trat ein Gesetz in Kraft, das auch die Schläge zu Hause verbot: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung", heißt es jetzt im Gesetzbuch, "körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."
In diesem Gesetz sind keine Strafen festgelegt. Es ist vielmehr dazu gedacht, Mütter und Väter zum Umzudenken zu bringen. Und das scheint geklappt zu haben: Zwar gibt es auch heute noch Eltern, die ihre Kinder schlagen. Die meisten aber wollen zehn Jahre nach der Einführung des neuen Gesetzes auf Schläge aller Art verzichten. Viele denken inzwischen wie die große Kinderfreundin Astrid Lindgren: "Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln."
Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.









