Geschichte
21.12.1937: Der erste Zeichentrickfilm mit Spielfilmlänge wird im Kino gezeigt
Vor 70 Jahren war das. Und der Film hieß: "Schneewittchen und die sieben Zwerge" - nach einem Märchen der Brüder Grimm.
Für den Produzenten Walt Disney war das ein großes Wagnis. Denn bis dahin hatte es noch keiner ausprobiert, einen gezeichneten Film für das Kino-Hauptprogramm zu machen. Disney war damals als Erfinder der Mickey Maus bekannt. Sein Studio machte Cartoons - lustige kurze Zeichentrickfilme - für das Kino. Diese Filme wurden vor dem eigentlichen Spielfilm gezeigt.
Als Disneys seine Idee erzählte, einen gezeichneten Film im Hauptprogramm zu zeigen, stieß er auf viel Widerstand. Die meisten seiner Kollegen in Hollywood lachten ihn aus. Auch Disneys Familie zweifelte an dem Erfolg. Einige versuchten, Disney seine Idee auszureden.
Aber Disney ließ sich nicht davon abbringen. Er musste sich sogar verschulden, um seinen Film zu Ende zu bringen. Die Produktion verschlang viel mehr Geld als erwartet und dauerte vier Jahre.
Obwohl Disney nicht selbst zeichnete, entschied er jedes Detail selbst. Denn er hatte eine genaue Vorstellung, wie der Film aussehen sollte. Er wollte, dass jede Szene realistisch aussah. Der Wald zum Beispiel sollte wie in der Natur dunkel sein, die Wiesen hell. Auch heute wirken die Naturstimmungen noch erstaunlich natürlich.

- Der Deutsche Andreas Deja ist Chefzeichner bei Disney.
Damals arbeiteten bis zu 750 Zeichner aus der ganzen Welt an dem Film. Einige konnten die Hintergründe, andere die Figuren besser zeichnen. Es wurde viel ausprobiert: Szenen wurden gezeichnet und dann wieder rausgeschnitten. All das dauerte seine Zeit, weil die Technik noch anders war.
Damals zeichnete man wirklich alles mit der Hand. Hunderte von Frauen malten die Zeichnungen bunt. Diese wurden dann auf Folien übertragen, Bild für Bild. Heute rechnet der Computer und die Bilder werden im Rechner bunt gemalt.
Bei der Premiere von Schneewittchen und den sieben Zwergen am 21.Dezember 1937 in Amerika war angeblich kein einziges Kind unter den Gästen. In einigen Ländern war es sogar verboten, mit Kindern in diesen Zeichentrickfilm zu gehen. Die Szenen mit der Hexe seien zu gruselig für sie, sagten die Kritiker.
Aber... im Film muss die böse Hexe sterben und Schneewittchen reitet mit dem Prinzen davon. Happy End!
Das Experiment "Schneewittchen" spielte in der ersten Zeit fünfmal so viel Geld ein, wie die Produktion des Films gekostet hatte. Die Menschen liebten den Streifen, der sogar einen Oscar erhielt.
Und Walt Disney produzierte viele weitere Zeichentrickfilmgeschichten: Aristocats, Peter Pan und das Dschungelbuch sind einige der berühmtesten. Auch nach seinem Tod wurde unter seinem Namen erfolgreich weiter gezeichnet. Gerade diesen Monat startet "Verwünscht", der neueste Disneyfilm.
Und für all diese Familien-Zeichentrickfilme bildete der Erfolg von Schneewittchen die Grundlage. Ein Film, der noch heute einen ganz besonderen Zauber hat.
Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.










