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22.06.1910: Ein Computererfinder wird geboren

Geschichte

22.06.1910: Ein Computererfinder wird geboren

Fast jede Familie hat heutzutage einen Computer oder einen Laptop zu Hause - früher ein Ding der Unmöglichkeit.

Bild vergrößernKonrad Zuse in seinem Arbeitszimmer; Rechte: dpa
Computererfinder Konrad Zuse (1910-1995)

Auch wenn das Wort Computer ein englischer Begriff ist, der Erfinder des ersten funktionierenden Computers kommt nicht etwa aus Amerika, sondern aus Deutschland: Konrad Zuse heißt der Mann, der im Jahr 1941 den ersten Computer entwickelt hat. Er nannte ihn Z 3. Auf einen normal großen Schreibtisch passte der Z3 allerdings nicht.

Der Z 3 - so groß wie zwei Telefonzellen

Ein Mitglied der Zuse-Gesellschaft präsentiert im Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld einen Nachbau des Z 3; Rechte: dpa
Der Z 3 ist so groß wie zwei Schränke, er hat keinen Monitor, keine Maus und keine Tastatur, sondern besteht aus unzähligen Schaltungen und Lämpchen. Moderne PCs arbeiten zwar 600 Millionen Mal schneller, aber von der Logik funktionieren sie ähnlich.

Der Vater des ersten Computers

Bild vergrößernDer Erfinder des ersten Computers der Welt, Professor Konrad Zuse, mit einem Nachbau seines Z 1 im Berliner Museum für Verkehr und Technik; Rechte: dpa
Konrad Zuse mit dem Nachbau eines Vorgängers des Z 3: dem Z 1

Eigentlich war Konrad Zuse für den Bau von Flugzeugen zuständig. Aber weil man für den Bau eines Flugzeugs komplizierte, langweilige Berechnungen anstellen musste, damit es später auch richtig fliegen kann, kam Zuse die Idee, an einer Art automatischen Rechenmaschine zu basteln.

In Deutschland interessierte sich allerdings keiner so richtig für seine Erfindung, und so wurde der Computer schließlich in den USA weiterentwickelt. Daher auch der englische Name*.

 

*Der englische Begriff Computer ist abgeleitet vom Lateinischen "computare" ("zusammenrechnen"). Er bezeichnete ursprünglich Menschen, die langwierige Berechnungen vornnehmen mussten.


Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Bild vergrößernDenkmal von Konrad Zuse in Berlin; Rechte: dpa
Späte Ehre: Denkmal von Konrad Zuse in Berlin.

Wenn man heute darüber nachdenkt, war es ein kleines Wunder, damals so etwas zu bauen. Finanzielle Hilfe hatte Konrad Zuse kaum. Zudem gab es im Krieg kaum das Material für so eine komplizierte Maschine. Zuse kaufte zum Teil altes, kaputtes Material und wenn es sein musste, sägte er mit der Laubsäge auch schon mal tausende von Löchern in altes Blech für seine ersten Computer.

Geduld brauchte Konrad Zuse auch: Als er nach dem Krieg beweisen sollte, dass er wirklich der erste war, der einen funktionierende Computer gebaut hatte. Die Amerikaner hatten in der Zwischenzeit auch schon ein Computer-Modell vorgestellt. Aber weil seine Erfindung bei einem Bombenangriff zerstört wurde, ebenso alle Fotos, hatte der arme Zuse nichts in der Hand. Fast 30 Jahre und unzählige Briefe und Zeitzeugenberichte von Freunden, die beim Bau seines Computers dabei gewesen waren, brauchte es, bis Zuse am Ende wirklich als Erfinder des ersten Rechners anerkannt wurde.

Reich wurde Konrad Zuse trotzdem nie...


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