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24.11.2000: Erster Fall von Rinderwahnsinn in Deutschland

Geschichte

24.11.2000: Erster Fall von Rinderwahnsinn in Deutschland

Am 24.11.2000 wurde bei Kühen in Deutschland zum ersten Mal eine gefährliche Krankheit festgestellt: BSE.

Bild vergrößernGewitterweide; Rechte: dpa
Auf der Kuhweide braut sich was zusammen...

BSE – das ist die Abkürzung für Bovine Spongiforme Enzephalopathie. Das bedeutet so etwas wie schwammartige Gehirnerkrankung bei Rindern.

Wenn eine Kuh diese Krankheit hat, kann sie nicht mehr richtig gehen, sie taumelt, zittert wie verrückt, bricht zusammen, kann nicht mehr aufstehen – und stirbt innerhalb von wenigen Wochen.

Das Gehirn wird zum Schwamm

Schwamm; Rechte: dpa
BSE zerlöchert das Gehirn wie einen Schwamm

Der Grund für die Krankheit: BSE zerlöchert das Gehirn von Kühen – dadurch sieht das Gehirn aus wie ein Schwamm. Bisher kannte man diese Kuh-Krankheit aus England. Aber am 24. November 2000 hatte ein neuer Schnelltest nachgewiesen, dass es  auch in Deutschland BSE-kranke Kühe gab. Und die Leute hatten jetzt Angst: Denn die Krankheit BSE stand schon länger im Verdacht, auch auf den Menschen übertragbar zu sein.


Seuche aus England

Bild vergrößernKühe im Stall; Rechte: ddp
Die Krankheit kam über das Tierfutter

Entstanden ist die Rinderseuche BSE in England: Dort gab es schon seit längerer Zeit eine ganz ähnliche Krankheit bei Schafen. Und in den 1970er Jahren erkrankten viele Tausende Schafe in England an dieser so genannten Traberkrankheit. All diese Schafe wurden getötet – aber anschließend nicht verbrannt oder vergraben, sondern zu Tiermehl verarbeitet. Und dieses Tiermehl wurde dann Rindern ins Kraftfutter gemischt. So infizierten sich dann viele Kühe.

Das Problem der Landwirtschaft ist nämlich: Es soll möglichst viel Fleisch und Milch so billig wie möglich hergestellt werden. Und deshalb bekommen Schweine, Hühner und Fische, aber auch Kühe und Mastbullen, die ja natürlicherweise Gras fressen, Kraftfutter, damit sie noch schneller zunehmen und noch mehr Fleisch und Milch liefern.


Tiermehl: Gefährliches Kraftfutter

Tiermehlfabrik; Rechte: dpa
Das braune Pulver in dem Container ist Tiermehl.

Das Tiermehl war vermutlich auch Schuld daran, dass sich BSE in anderen Ländern ausbreitete. Denn die Zutaten für Kraftfutter kommen nicht immer aus der Gegend, wo das Futter verkauft wird. Oft werden sie auf der ganzen Welt eingekauft. Zwar wurde schon im Jahr 1994 Tiermehl im Kraftfutter für Kühe aber in Deutschland verboten.

Doch nach den ersten nachgewiesenen BSE-Fällen wurde das Rinderfutter genauer untersucht. Und es zeigte sich, dass in vielen Fällen doch ein kleines bisschen Tiermehl im Futter war, wahrscheinlich, weil das Rinderfutter in den gleichen Fabriken zusammengemischt wurde wie Hühnerfutter und Schweinefutter. Und darin war Tiermehl noch erlaubt – bis der erste BSE-Fall in Deutschland nachgewiesen wurde.


Erfolgreicher Kampf gegen die Seuche

Schild Seuchengefahr; Rechte: dpa

Um die BSE-Seuche zu bekämpfen, wurde Tiermehl eine Woche nach dem ersten Fall komplett verboten. Außerdem mussten alle Rinder, die geschlachtet wurden, auf BSE getestet werden. Und zur Sicherheit werfen Schlachter seitdem alle Stücke und Organe einer Kuh, die den BSE-Erreger enthalten könnten, weg - man darf sie nicht zu Wurst oder Fleisch verarbeiten.

Tatsächlich ist die BSE-Seuche nicht so schlimm verlaufen wie zuerst befürchtet. Heute, zehn Jahre später, werden nur noch sehr selten Fälle von BSE festgestellt. Aber hätte man Kühe immer nur mit dem gefüttert, was sie von Natur aus fressen, hätte es BSE wohl nie gegeben.


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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