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26. August 1978: Der erste Deutsche fliegt ins All

Zeitkreisel

26. August 1978: Der erste Deutsche fliegt ins All

Weltall, unendliche Weiten ... Wer träumt nicht davon, mit einem Raumschiff durchs All zu fliegen und die Welt von oben zu sehen?

Bild vergrößernTitel der DDR Gewerkschaftszeitung Tribüne vom 27.08.1978; Rechte: AKG
So sah die Titelseite der Gewerkschaftszeitung Tribüne, die in der DDR erschien, am 27.08.1978 aus.

Doch das ist nicht so leicht, denn der Weltraum ist ein ziemlich ungemütlicher Ort: Es gibt dort keinen Sauerstoff zum Atmen, und eisig kalt ist es auch.

Außerdem dürfen nur wenige Auserwählte überhaupt das All erkunden.

Einer dieser auserwählten Raumfahrer war Sigmund Jähn.

Blick aus dem Weltall auf den wolkenbedeckten Atlantik; Rechte: dpa

Sigmund Jähn - Der Auserwählte

Bild vergrößernDer DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn nach seinem erfolgreichen Flug; Rechte: dpa

Der 31-jährige Flieger aus der DDR startete am 26. August 1978 zusammen mit einem russischen Kollegen in der Raumkapsel Sojus 31 zu der sowjetischen Raumstation Saljut 6, die die Erde umkreiste.

Dort sollten die beiden unter anderem eine spezielle Fotokamera testen, die in der DDR entwickelt worden war.


Sigmund Jähn mit seinem russischen Kosmonauten-Kollegen Waleri Bykowski; Rechte: dpa
Sigmund Jähn mit seinem Kosmonauten-Kollegen Waleri Bykowski

Deutschland im Jahr 1978

Im Jahr 1978 war Deutschland noch geteilt:

Die DDR, der Ostteil Deutschlands, gehörte zum so genannten Ostblock unter Führung der Sowjetunion. So nannte man damals Russland und die Länder, die unter dem Einfluss der Sowjetunion standen.

Die Bundesrepublik, der Westteil Deutschlands, gehörte zu den westlichen Mächten wie den USA.

Der Osten und der Westen waren verfeindet und jede Seite wollte ständig zeigen, dass sie besser als die andere war - auch in der Raumfahrt.


Bild vergrößernBrief zu Ehren der ersten Kosmonauten im All; Rechte: dpa
Es gab sogar eine Sonderbriefmarke zu Ehren der Kosmonauten

Viele Menschen in der DDR waren sehr stolz, den ersten Deutschen ins All geschickt zu haben und Schüler malten Bilder, wie sie sich den Flug ins All vorstellten.

In der DDR wurden die Raumfahrer übrigens Kosmonauten genannt, nicht Astronauten, wie im Westen. Die Stimme des Kosmonauten Sigmund Jähn wurde aus dem Weltraum direkt im DDR-Radio und Fernsehen übertragen.


Sigmund Jähn wird von Erich Honecker ausgezeichnet; Rechte: dpa
Sigmund Jähn wurde vom DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker, dem Regierungschef der DDR, persönlich ausgezeichnet.

Nach sieben Tagen - am 3. September 1978 - landete die Raumkapsel Sojus 29 mit den beiden Raumfahrern wieder auf russischem Boden.

Eine weiche Landung war das nicht; die Kapsel schlug so hart auf dem Erdboden auf, dass Sigmund Jähn bleibende Rückenschäden erlitt. In den Nachrichten der DDR war davon aber keine Rede. Das hätte nicht zum Bild des heldenhaften Raumflugs gepasst.

Sigmund Jähn blieb aber der einzige DDR-Bürger, der je ins All reiste. Er selbst fand den ganzen Rummel nach seinem Flug eher anstrengend und lästig. Aber dem Thema Raumfahrt ist der heute 71-Jährige treu geblieben: Sein ganzes Leben hat er für verschiedene Raumfahrt-Organisationen gearbeitet.


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