Geschichte
27. November 1969 – Kultusminister beschließen Gesamtschulen als Schulversuch
Hauptschule, Realschule, Gymnasium waren bis vor einigen Jahren die weiterführenden Schulen - bis die Gesamtschule kam.
Zu welcher Schule ein Kind nach der Grundschule geht, ist eine schwierige Entscheidung. Man muss überlegen, ob es die Haupt-, die Realschule oder das Gymnasium sein soll. Außerdem gibt es ja noch die Gesamtschule – die steht heute natürlich auch mit zur Auswahl.
Die Gesamtschule gibt es aber noch gar nicht so lange. Am 27. November 1969 – also vor 40 Jahren – haben sich die Kultusminister der Länder in Deutschland darauf geeinigt, das mal auszuprobieren, eine Schule für alle Kinder einzurichten. Denn genau das ist eine Gesamtschule. Für Kinder, die ans Gymnasium könnten, für Kinder, die an die Realschule könnten und für Kinder, die auch an die Hauptschule könnten.

- Ganz wichtig: miteinander lernen - zum Beispiel in Gruppen.
Wer nach der Grundschule auf eine Gesamtschule wechselt, weiß meistens noch nicht genau, was er für einen Abschluss machen will – das entscheiden die Kinder meist erst im Laufe der Jahre. An der Gesamtschule kann man einen Hauptschul-, einen Realschulabschluss oder das Abitur machen.
In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stellten die Menschen in Deutschland viele Dinge in Frage – auch die Schulen, die es damals gab. Viele fanden es ungerecht, dass vor allem Kinder aus reicheren und gebildeten Familien zum Gymnasium kamen und die Kinder aus ärmeren Familien eher zur Haupt- oder Realschule gingen, auch wenn sie begabt waren. In der Gesamtschule wollte man etwas anderes ausprobieren. Man wollte allen den Kindern die Möglichkeit geben, zu lernen und einen Schulabschluss zu erreichen, der ihren Leistungen angemessen ist.
Der Andrang auf die ersten Gesamtschulen war groß – obwohl alles neu war und niemand Erfahrungen mit dieser neuen Ganztagsschule gesammelt hatte. Es gab zum Beispiel keine Bücher für die Gesamtschule – und die Lehrer mussten viel experimentieren. Es gab aber auch einige Gegner, die die Gesamtschule für keine gute Idee hielten. Heute ist die Gesamtschule längst kein großer Versuch mehr, sondern eine anerkannte Schulform.
Dennoch gibt es auch heute Menschen, die die Gesamtschule für keine gute Idee halten. Sie meinen etwa, dass unterschiedlich begabte Kinder nicht gemeinsam lernen können. Sie kritisieren, dass die besseren Schüler zu leichten und die schlechteren Schüler zu schweren Unterricht bekämen. Sicher ist jedoch, dass viele Kinder auf Gesamtschulen ihr Abitur geschafft haben, denen ihre Lehrer auf der Grundschule das nie zugetraut hätten.
Probleme von heute

- Diese Leute demonstrieren dagegen, dass auch Gesamtschüler in kürzerer Zeit ihren Schulabschluss machen sollen
Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.








