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28. Juli 1858: William Herschel nimmt einen Fingerabdruck

Geschichte

28. Juli 1858: William Herschel nimmt einen Fingerabdruck

Er ist unverwechselbar - der Fingerabdruck. Schon vor 150 Jahren erkannte ein Beamter in Indien, wie nützlich er sein kann ...

Bild vergrößernMann hält einen Fingerabdruck vor's Auge; Rechte: dpa

Hast du schon mal zu Hause am Fenster oder auch im Bus an der Scheibe deine Nase platt gedrückt? Da bleibt ja  immer einer kleiner fettiger Fleck zurück. Genau das Gleiche passiert, wenn du etwas anfasst - ein Trinkglas zum Beispiel.

 

Wenn man das Glas dann gegen das Licht hält, sieht man Fingerabdrücke - feine Linien aus Schweiß und Talg, die die Hautrillen deiner Fingerkuppen abbilden.

Einzigartige Muster

Zwei Zebras; Rechte: dpa
So unverwechselbar wie ein Fingerabdruck: die Streifen von Zebras

Dass die Muster der Hautrillen von Mensch zu Mensch verschieden sind, wissen die Menschen schon seit vielen Tausend Jahren - so hat man

Höhlenzeichnungen von Händen gefunden, in die Linien eingezeichnet wurden.

 

Doch erst vor 150 Jahren kam jemand auf die Idee, den Fingerabdruck als eindeutiges Unterscheidungs- und Erkennungsmerkmal zu nutzen.


Zahltag, Fingerabdrucktag

Der englische Kolonialbeamte William Herschel arbeitete schon seit vielen Jahren für die britische Regierung in Indien. Zu seinen Aufgaben gehörte auch, den bei ihm angestellten Indern am Ende ihrer Arbeitszeit ein Pensionsgeld auszuzahlen.

Doch Herschel hatte ein Problem: Er konnte die Inder nicht auseinanderhalten. Deshalb wusste er nicht, ob sich nicht manch einer sein Geld mehrfach auszahlen ließ.

Zur damaligen Zeit begannen gerade mehrere Forscher, sich mit Fingerabdrücken zu beschäftigen und festzustellen, dass kein Fingerabdruck dem anderen gleicht - und dass sich der Fingerabdruck eines Menschen im Laufe seines Lebens nicht verändert.

Diese Erkenntnisse nutzte Herschel: Am 28. Juli 1858 verlangte er von einem Inder, der seine Pension abholte, nicht nur eine Unterschrift, sondern auch einen Fingerabdruck. Bald hatte er eine ganze Kartei von Fingerabdrücken, die er mit jedem neuen Fingerabdruck verglich. So konnte er feststellen, ob jemand seine Pension nicht doch schon abgeholt hatte.


Wichtiges Beweismittel

Bild vergrößernFingerabdruck unter der Lupe; Rechte: dpa

Nur ein paar Jahre später klärte dann ein argentinischer Polizist einen Mordfall auf, weil er eine Mörderin anhand eines blutigen Daumenabdrucks, den sie am Tatort zurückgelassen hatte, überführen konnte.

 

Kurz darauf wurden Fingerabdrücke auch in Europa zu einem der wichtigsten Beweismittel bei der Aufklärung von Verbrechen.


Vier Finger auf einmal...

Scan von vier Fingern für US-Visum; Rechte:dpa
...kann man heute auf einmal scannen. Völlig ohne Tinte.

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