Geschichte
7. August 1883: Der Dichter Joachim Ringelnatz wird geboren
Kennst du Joachim Ringelnatz? Den Dichter? Vielleicht hast du ja schon mal eines seiner berühmten Gedichte gehört ...
"In Hamburg lebten zwei Ameisen,
die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
da taten ihnen die Beine weh,
und da verzichteten sie weise
dann auf den letzten Teil der Reise."
Joachim Ringelnatz war ein Dichter und Spaßmacher, er schrieb Gedichte und Geschichten, veröffentlichte sie in Büchern und trat auch in Kneipen und Theatern auf. Er war gewissermaßen so etwas wie ein Komiker.

- In diesem Haus erblickte Joachim Ringelnatz 1883 das Licht der Welt
Geboren wurde Joachim Ringelnatz am 7. August 1883 in Wurzen in Sachsen.
Heute erinnert eine Ringelnatz-Ausstellung in seiner Heimatstadt an den Dichter; der im Gegensatz zu den von ihm erfundenen Ameisen tatsächlich um die ganze Welt reiste.
Als junger Mann fuhr er einige Jahre zu See - erst als Schiffsjunge, dann als Matrose. Wenn er zwischendurch an Land war, probierte er alle möglichen Gelegenheitsjobs aus. Auf einem großen Hamburger Jahrmarkt arbeitete er zum Beispiel in einer Schlangenbude - da musste er die Riesenschlangen zu den Aufführungen tragen.
Ein geborener Dichter
Ringelnatz begann schon als Schuljunge, Gedichte und Geschichten zu schreiben und zu veröffentlichen - diese Bücher werden seitdem von vielen Menschen gelesen.
Viele der Gestalten, die er sich ausdachte, sind heute noch bekannt: der Seemann Kuddel Daddeldu; eine stolze Schnupftabakdose; eine verliebte Briefmarke; ein Bumerang, der das Publikum warten lässt ...
Als Ringelnatz seine berühmten Ameisen erfand, hieß er übrigens noch Hans Bötticher. Erst im Jahr 1919, mit 36 Jahren, nannte er sich Joachim Ringelnatz. Er selbst meinte, das Wort habe keine besondere Bedeutung. Aber "Ringelnatz" hört sich ähnlich an wie "Ringelnass" - so nennen Seeleute Seepferdchen. Und Seepferdchen hat Ringelnatz viele gezeichnet. Er war nämlich auch Maler. Er schrieb auch nicht nur lustige Gedichte, sondern auch ernste Geschichten. Und schöne Liebeserklärungen, wie diese zum Beispiel:
"Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen schenken."

- Gedichte, Gedichte, Gedichte...
Sehr lieb hatte er auch seine Frau Lona Pieper, die er einmal in einem Brief mit "muschelverkalkte Perle" angeredet hatte und seitdem immer "Muschelkalk" nannte. Die Grabplatte auf dem Grab von Joachim Ringelnatz in Berlin ist deshalb auch mit Muschelkalk überzogen.
Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.









