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Das Brettspiel Malefiz wird 50!

Geschichte

Das Brettspiel Malefiz wird 50!

Vor 50 Jahren wurde auf der Spielwarenmesse in Nürnberg ein neues Brettspiel vorgestellt ...

Bild vergrößernFrau hält einen Malefiz-Spielkarton in der Hand; Rechte: dpa

Nürnberg 1960 - Internationale Spielwarenmesse. Der Otto Maier Verlag Ravensburg stellt an seinem Stand ein neues Brettspiel vor. Es heißt Malefiz und geht so: 2-4 Spieler versuchen, mit Würfelglück ihre Spielfigur möglichst schnell ins Ziel zu bringen. Das Besondere: Auf einigen Feldern liegen runde weiße Spielsteine, die den Weg versperren. Nur mit einem direkten Wurf kann man sie beiseite räumen. Ansonsten muss man warten und wird vielleicht sogar von der gegnerischen Figur hinausgeworfen.

Malefiz-Spielfiguren auf dem Spielfeld; Rechte: dpa
Kein Durchkommen für Blau, Rot und Gelb - der Weg ist mit weißen Steinen blockiert.

Der Erfinder: ein Bäcker

Bild vergrößernHände kneten Teig; Rechte: dpa
Zwischen Brötchen backen und Büroarbeit tüftelte Schöppner an einem neuen Brettspiel.

Erfunden hat dieses Spiel Werner Schöppner. Damals 26 Jahre alt, von Beruf Angestellter in einer Essener Großbäckerei. Schöppners Vorbild war dabei das alte, indische Spiel "Pachisi".

Seine Spielidee nannte Schöppner "Räume oder warte". Drei Spielverlage schrieb er mit den Worten an: "Ich habe ein Unterhaltungsspiel entwickelt, selbst gefertigt und mit vielen Leuten gespielt. Das Spiel ist für alle Bevölkerungsschichten und für alle Altersstufen in gleicher Weise nervenaufreibend spannend." Doch nur ein Spieleverlag aus Ravensburg zeigte Interesse.


Woher hat das Spiel seinen Namen?

Bild vergrößernDie Firmenzentrale der Ravensburger AG in Ravensburg; Rechte: dpa
Für den Verlag war und ist das Spiel ein Erfolgsknaller!

Das Spiel landete auf dem Schreibtisch von Karl Maier, Leiter des Otto Maier Verlags in Ravensburg. Zunächst spielte Maier das Spiel mit seiner Sekretärin, dann zuhause mit Ehefrau Irmela. Und als die sich ärgerte, dass ihr Mann sie immer kurz vorm Ziel hinauswirft, rief sie: "Heiland, Karle, du bist doch ein Malefiz!" Malefiz ist ein schwäbisches Wort und bedeutet soviel wie Teufelskerl oder Schlitzohr. So kam das Spiel zu seinem Namen.

Und: das Spiel erlangt Weltruhm. Bereits kurz nach der Messe war es 8000 Mal verkauft. Heute gehört das Spiel mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren zu den echten Spiele-Klassikern. Mittlerweile gibt es Malefiz sogar als Version mit Spongebob Schwammkopf.


Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.

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