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Happy Birthday, Schuhe!

Zeitkreisel

Happy Birthday, Schuhe!

Die Geschichte der Schuhe beginnt barfuß.

Bild vergrößernMensch läuft barfuß am Strand; Rechte: mauritius
Am Strand macht Barfußlaufen Spaß.

Anfangs stapfte der Mensch mit nackten Füßen über Steine, Stacheln oder Schnee. Doch Barfußlaufen konnte nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich werden. Lebensgefährlich. Wenn der Urzeitmensch – auf Wanderschaft oder Jagd nach Nahrung – durch die Natur streifte, konnte er sich am Fuß verletzen. Das führte schnell zu einer Blutvergiftung und daran musste ein Mensch früher meistens sterben. Der Mensch musste sich also etwas einfallen lassen!

Die Vorläufer der Schuhe

Felmalerei; Rechte: mauritius
Auf Höhlenbildern wie diesen haben die Forscher herausgefunden, wie die ersten Schuhe wahrscheinlich ausgesehen haben.

Die ersten Schuhe, die der Mensch hergestellt hat, sahen aus wie ein paar Lappen, schützten aber die nackten Füße vor Hitze, Kälte oder Nässe. Von Höhlenzeichnungen weiß man, dass der Mensch sich Blätter, Gräser oder Tierhäute um die Füße wickelte. Weil solche Materialien schnell verrotten, konnten Forscher leider kaum Überreste von diesen Urzeitschuhen finden. Das älteste Paar solcher Urzeitschuhe, das man bisher entdeckt hat, ist 9.000 Jahre alt. Es sind Sandalen aus Pflanzen.


5.300 Jahre alte Schuhe

Schuh der Gletschermumie Ötzi; Rechte: dpa
So hat Ötzis Schuh ausgesehen.

Vor 5.300 Jahren wurde auf einem Berg in den Alpen die Gletschermumie Ötzi gefunden. Hoch oben auf dem Gletscher ist es eiskalt. Deswegen ist Ötzi auch so gut erhalten: Er ist im Gletscher eingefroren und lag all die Jahre in einem Bett aus Eis. Seine Schuhe bestehen aus Hirsch- und Bärenfell.

Zusammengehalten wird alles durch kunstvoll geknüpfte Bänder. Innen drin sind die Ötzischuhe sogar mit Gräsern gefüttert, damit die Füße im Schnee nicht so nass werden.


Schuhe machen Leute

Bild vergrößernIllustration des Mittelalters: Ritter wirbt um Burgfräulein; Rechte: akg-images
Ob das Burgfräulein sich so weit über die Mauer lehnt, damit sie die Schnabelschuhe ihres Verehrers besser sehen kann?

Doch irgendwann wurden Schuhe mehr als nur eine schützende und nützliche Fußbekleidung. Sie sollten etwas nach außen tragen. Eine Botschaft über denjenigen, der sie anhat. So wie die Schnabelschuhe im Mittelalter. Diese Schuhe haben eine lange Spitze, die auffällig nach oben gebogen ist und an einen Vogelschnabel erinnert. Je länger der Schnabel, desto größer der Reichtum. Angeblich war der Schnabel manchmal so lang, dass er bis zur Hüfte reichte und am Gürtel befestigt werden musste. Sonst wäre der Schnabelschuhträger über den Schnabel gestolpert.

"Halt doch mal den Schnabel!", mag da so mancher Ritter seinem Knappen befohlen haben. Später, im 18. Jahrhundert, schwankten adlige Damen auf superhohen Absätzen daher. Nur mit Spazierstöcken hielten sie sich mühsam auf den Beinen. Das einfache Volk konnte es sich nicht leisten, so unpraktisches Schuhwerk zu tragen. Eine Bäuerin, die über das Kartoffelfeld stöckelt, war unvorstellbar! Schuhe gaben zu dieser Zeit also Auskunft über das Ansehen ihrer Besitzer: Je höher die Schuhabsätze, desto größer das Ansehen.


Passende Schuhe für alle

Schuster fertigt ein Paar Schuhe an; Rechte: dpa
Kann für jeden Fuß Schuhe herstellen: der Schuster.

Bild vergrößernHigh Heels; Rechte: dpa
Machen kleine Frauen groß und große Frauen größer: hohe Absätze

Erst im 19. Jahrhundert gab es Schuhe für alle. In großen Mengen wurden sie nach und nach in Fabriken hergestellt. Und damit zur Massenware. Heute gibt es für alles den passenden Schuh: Abendschuhe, Ballerinas, Flamencoschuhe, Flip-Flops, Gummistiefel, Hausschuhe, Holzschuhe, Hüttenschuhe, Mokassins, Mukluks, Norweger, Pumps, Römersandalen, Stiefel, Sneakers, Sportschuhe, Wanderschuhe.

So viele Schuhe es gibt, so viele Geschichten gibt es über sie: Ägypter und Römer malten die Gesichter der Feinde auf die Sohlen ihrer Sandalen: So konnten sie ihre Feinde mit Füßen treten. Schenkelhohe Stiefel wurden früher von Schmugglern und Piraten getragen. Sie haben ihre Beute oder das geschmuggelte Zeug darin versteckt. Es gab eine Zeit in England, da konnte ein Mann die Ehe rückgängig machen, wenn eine Frau durch Absätze eine falsche Körpergröße vorgetäuscht hat. Im Märchen sind Schuhe oft ein Mittel zur Flucht in eine wunderbare Welt. Etwa beim gestiefelten Kater, dem kleinen Muck oder Aschenputtel.


Oder doch besser barfuß?

Jemand streckt seine nackten Füße auf einer Wiese aus, Schuhe stehen daneben; Rechte: WDR
Faustregel für glückliche Füße: Ab und zu Schuhe ausziehen und Pause machen!

So praktisch oder unpraktisch Schuhe auch sind, ab und zu mögen es unsere Füße dann doch nackig. Barfußlaufen kann nämlich gesund sein. Unter den Füßen haben wir bestimmte Druckpunkte - die werden durch Barfußlaufen angenehm durchgeknetet. Das ist eine Massage für die Füße. Und ein Dank. Dafür, dass sie uns jeden Tag Schritt für Schritt tragen. Mit uns gehen, rennen, springen und tanzen.


Die zeitgeschichtliche Reihe "Zeitkreisel" senden wir jeden Montag bei LILIPUZ.

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