Geschichte
Happy Birthday, Zucker!
Früher war Zucker ein Luxusgut. Erst 1799 befiehlt der preußische König, Zucker aus Rüben herzustellen - ein Durchbruch!
Wenn Menschen aus anderen Jahrhunderten sehen könnten, wie viel Süßkram man heute in den Läden kaufen kann, kämen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Um Süßes herzustellen, braucht man Zucker - und der war in früheren Zeiten ein Luxusgut. Nur die ganz Reichen konnten sich deshalb Süßigkeiten leisten.
Früher...

- ... wurde der Zucker aus Zuckerrohr gewonnen, einer Pflanze, die nur in den tropischen Ländern wuchs.
Zuerst kam das "weiße Gold", wie man den Zucker auch nannte, aus Indien nach Europa. Nachdem Kolumbus Amerika entdeckt hatte, brachte er auf seiner zweiten Reise Zuckerrohrpflanzen dorthin. Sie wuchsen so gut, dass der kostbare Zucker in immer größeren Mengen gewonnen werden konnte.
Damit begann allerdings auch das düsterste Kapitel in der Geschichte des Zuckers: Um den begehrten Süßstoff noch billiger herstellen zu können, wurden Menschen aus Afrika als Sklaven nach Amerika geschleppt. Unter unverstellbar grausamen Bedingungen mussten sie dort schuften, damit die Reichen ihre süßen Schnuckereien bekamen.
Später...
... entdeckte der preußische Chemiker Marggraf, dass auch die gewöhnliche Runkelrübe ganz viel Zucker enthält. Sein Schüler Franz Carl Achard tüftelte weiter daran, Zucker aus Rüben herzustellen.
Zu Beginn des Jahres 1799 schickte er eine Probe seines Rübenzuckers an den preußischen König und bat ihn um Geld für seine Zucker-Experimente. Der König gewährte ihm eine großzügige Summe, mit der Achard die erste Rübenzuckerfabrik baute.
Es dauerte noch eine Weile, bis sich der Fabrikzucker wirklich durchsetzen konnte, aber um 1850 hatte er dem Rohrzucker aus den Kolonien den Rang abgelaufen. Zucker wurde so billig, dass ihn sich jeder in großen Mengen leisten konnte.

- Heutzutage wird Zucker aus Zuckerrüben am laufenden Band produziert.
Regelmäßig montags, dienstags oder mittwochs erzählen wir in der LILIPUZ-Sendung Geschichten über Geschichte.









